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Erddruck

 
     
  E, ist die resultierende Kraft zwischen einem Baukörper und dem Erdreich, wenn die Kontaktfläche nicht waagerecht ist. Je nachdem, ob sich der Baukörper vom Erdreich weg oder zu ihm hin bewegt, entwickeln sich Grenzfälle, bei denen zwischen den Erddruckarten aktiver und passiver Erddruck unterschieden wird. Bewegt sich die Wand vom Erdreich weg und bildet sich hinter der Wand eine Bruchfläche aus, so rutscht ein Erdkeil nach, der die Wand belastet, also aktiv auf diese wirkt. In diesem Fall spricht man vom aktiven Erddruck Ea. Bewegt sich die Wand gegen das Erdreich und schiebt dabei einen Erdkeil ab, so steigert sich der Druck bis zu einem Höchstmass, dem Erdwiderstand oder passiven Erddruck Ep, das nicht mehr überschritten werden kann. Ohne Bewegung spricht man vom Erdruhedruck E0 (Abb.). Die Grösse, Richtung und Verteilung des Erddrucks hängen von den Bodenkenngrössen, dem Wandreibungswinkel, der Geometrie des Bauwerkes, den Lasten, Verformungen und Verschiebungen der Konstruktion sowie von den Wasserständen vor und hinter dem Bauwerk ab. Die Berechnung des Erddrucks erfolgt nach DIN 4085. Nach der Erddrucktheorie von Coulomb wird der Gleichgewichtszustand an einem begrenzten Erdkörper betrachtet. Es gelten die folgenden Annahmen: Das Erdreich ist kohäsionslos (trifft nur für nichtbindige Böden zu); die Wand dreht sich um den hinteren, unteren Fusspunkt und hinter der Wand rutscht ein Erdkeil nach; die Gleitfläche ist eine Ebene; die Grösse des Wandreibungswinkels ist bekannt; in der Gleitfläche wirkt die volle Reibungskraft. Die Grundformel der Erddrucktheorie für Böden ohne Kohäsion lautet:


E = γ·h2/2·K


mit γ =Wichte des Bodens, h = Höhe der Mauer und K = Erdruckbeiwert. Der Erddruckbeiwert K wird üblicherweise aus Tabellen abgelesen. CSch

ErddruckErddruck: Grenzfälle des Erddrucks, a) aktiver Erddruck Ea, b) passiver Erddruck Ep (P = Druck), c) Erdruhedruck E0.
 
 

 

 

 
 
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