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Endlagerung

 
     
  wartungsfreie, zeitlich unbefristete und sichere Beseitigung von radioaktivem Abfall. Aufgrund der oft langen Halbwertzeiten der radioaktiven Strahlung und ihrer schädigenden Wirkung auf Mensch und Umwelt, muss radioaktiver Abfall möglichst abgeschlossen von der Biosphäre gelagert werden. Die besten Voraussetzungen bildet hier die Lagerung in Untertagedeponien. Bezüglich der Endlagerung konnte bisher noch keine internationale Einigung getroffen werden. Jedes Land muss daher, entsprechend seiner geologischen und hydrogeologischen Voraussetzungen, die beste Lösung dieser Aufgabe finden. Die Sicherheit des Gesamtsystems muss sowohl für die Betriebsphase als auch nach der Stillegung des Endlagerbergwerkes gewährleistet werden. Low active waste (LAW) und bestimmte Kategorien von middle active waste (MAW) werden in einigen Länder in Gruben an der Erdoberfläche gelagert, die nach ihrer Auffüllung mit Fässern z.T. aufbetoniert und mit Ton bedeckt werden. In bestimmten Tiefseegebieten wird durch die USA, Grossbritannien, die Niederlande, Belgien und die Schweiz LAW versenkt. Für die sicherere Endlagerung von high active waste (HAW) sind Multibarrierenkonzepte nötig. Die geologische Barriere dient der Isolierung von der Biosphäre und sollte einige hundert Meter mächtig sein. Die technische Barriere dient der Fixierung der Abfälle, als Behälter, der Umhüllung und beim Verfüllen und Verschliessen der vorher errichteten Hohlräume. Entsprechend dem jeweiligen Wirtsgestein erhalten die einzelnen Barrieren eine unterschiedliche Wichtung. Für die Endlagerung radioaktiven Abfalls können Bergwerke, Tiefbohrlöcher und Kavernen dienen. In Bergwerken werden alle Arten festen und verfestigungsfähigen Abfalls endgelagert. Tiefbohrlöcher dienen nur der Endlagerung von HAW. In Kavernen wird nur LAW und MAW eingelagert, und es bietet sich die Möglichkeit, tritiumhaltiges Wasser als Anmachwasser von Beton zu verbringen. Formationen, die zur Endlagerung dienen können, sind: Tonsteine und Steinsalz als Sedimentgesteine, Granit, Diorit, Gabbro als kristalline Gesteine, Gneis als Beispiel für ein metamorphes Gestein. In der zu wählenden Formation muss es möglich sein, untertägige Hohlräume zu erstellen und zu nutzen. Gleichzeitig muss sie den besonderen Barriereanforderungen gerecht werden. Während in Steinsalz der Kontakt zwischen Abfall und Wasser unterbunden wird, ist ein Wasserkontakt in anderen Festgesteinen in bestimmten Grenzen möglich. LAW und MAW können in ehemalige Bergwerke eingelagert werden, die früher dem Rohstoffabbau dienten. HAW muss in eigens zur Endlagerung angelegten Bergwerken endgelagert werden. In der Bundesrepublik Deutschland werden v.a. die mächtigen Steinsalzablagerungen in Norddeutschland bezüglich einer potentiellen Endlagerung auch für HAW intensiv untersucht.  
 

 

 

 
 
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