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El Niño

 
     
  Klimaanomalie im tropischen Pazifischen Ozean mit globalen Auswirkungen, die in den Tropen besonders stark ausgebildet sind (Abb.). Ursprünglich war El Niño nur die Bezeichnung für eine aus den Tropen nach Süden gerichtete Meeresströmung vor der südamerikanischen Westküste, die um die Weihnachtszeit auftrat und mit der eine Erwärmung des Wassers verbunden war. Im Abstand von vier bis fünf Jahren übersteigt die Erwärmung die jahreszeitliche Variation um mehrere K, da die Sprungschicht vor der südamerikanischen Küste durch eine von Westen einlaufende äquatoriale Kelvinwelle abgesenkt wird. Dadurch erreicht der Küstenauftrieb, der normalerweise kaltes Wasser an die Oberfläche bringt, die Sprungschicht nicht mehr und fördert warmes Wasser. Das Ausbleiben des kalten, nährstoffreichen Wassers aus den tieferen Schichten wirkt sich auf die marinen Organismen aus, was zu Störungen der Entwicklung oder der Abwanderung der Fischbestände und damit zum Zusammenbruch der Fischerei führt. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen haben grosses Interesse an der Vorhersage eines El Niño geweckt. Den Auswirkungen an der Küste gehen Vorläufer im zentralen bis westlichen Pazifik voraus, wie der Aufbau einer warmen Wassermasse durch veränderte Ozean-Atmosphären-Wechselwirkung und der Verlagerung der äquatorialen atmosphärischen Zirkulationszellen (Walker-Zirkulation). Sie führen zur Verlagerung von Niederschlags- und Trockengebieten entlang des Äquators, was erhebliche Schäden durch Überschwemmungen einerseits oder Brände andererseits verursachen kann. Die atmosphärischen Variationen werden in der grossräumigen Luftdruckverteilung deutlich, die durch den Südlichen Oszillationsindex (SOI) gekennzeichnet ist. Der warmen Anomalie El Niño folgt häufig ein Kaltwasserereignis (La Niña). EF.

El NiñoEl Niño: schematische idealisierte Darstellung des El Niño-Phänomens. a) normale Zirkulation mit oberflächennahen Südostpassaten und Absenkung der Thermokline im Westpazifik und b) Höhepunkt der El Niño-Entwicklung: Absenkung der Thermokline im Ostpazifik, Umkehrung der atmosphärischen Zirkulation, Niederschläge und Erwärmung des Oberflächenwassers im Ostpazifik.
 
 

 

 

 
 
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