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Doline

 
     
  (slow. für Tal), trichter-, kessel- oder schlotförmige Hohlform im Karst mit unterirdischem Wasserabfluss. Dolinen entstehen durch Lösungsprozesse im verkarstungsfähigen Untergrund. Entlang von Schwächezonen im Gestein versickert das Wasser, dabei werden die Gesteinsfugen durch Korrosion aufgeweitet. Neben den von der Oberfläche her wirkenden Lösungsvorgängen können auch unterirdische einen bedeutenden Anteil an der Entstehung von Dolinen haben, wenn es über Höhlen im Gestein zu Nachsackungen oder Einstürzen kommt. Die Durchmesser von Dolinen liegen zwischen wenigen Metern und über einem Kilometer. Der Dolinenboden kann von dem anstehenden Karstgestein gebildet werden oder von Sedimenten, bzw. Lösungsrückständen bedeckt sein. Anhand der Genese werden verschiedene Dolinentypen unterschieden: Lösungsdolinen entstehen durch oberflächliche Korrosion. Sie besitzen oft Trichterform (Abb. 2a), wenn der Boden mit Sedimenten oder Lösungsrückständen bedeckt ist, die den Abfluss des Wassers verhindern, kommt es zur Korrosion am Rand, so dass die Dolinen eine schüsselartige Form erhalten. Bei Sackungsdolinen (Erdfälle) sacken nicht verkarstungsfähige Deckschichten allmählich in die durch Lösung entstandenen Hohlräume im Liegenden nach (Abb. 2d). Einsturzdolinen (Cenotes) entstehen durch den (plötzlichen) Einsturz des Gesteins über einer Höhle (Abb. 2b). Bei Schwemmlanddolinen wird Feinmaterial der Deckschichten in den verkarsteten Untergrund ausgeschwemmt, so dass sich infolge des Materialverlustes die Hohlformen bilden (Abb. 2c). Neben der Genese können Dolinen auch nach ihrer Form unterschieden werden. Die grösste Verbreitung haben Trichterdolinen, die oft einen kreisrunden Grundriss und 30º-45º steile Hänge aufweisen. Wannen-, Schüssel- oder Muldendolinen sind vergleichsweise flache Dolinentypen, die meist infolge der Abdichtung des Abflusses durch Sedimente aus Trichterdolinen hervorgegangen sind. Die steilwandigen Schacht-oder Kesseldolinen können durch Einsturz, bei einem ausgeprägten Kluftnetz aber auch durch Lösung entstehen. Kleine Dolinen sind häufig der Beginn der tiefreichenden Karstschächte. Durch das Zusammenwachsen mehrerer Dolinen entstehen grössere Formen (Abb. 1), häufig mit einem gelappten Rand, die als Uvalas bezeichnet werden. Für den tropischen Kegelkarst typische Dolinen sind die cockpits, die zwischen den Kuppen eingetieft sind und oft einen sternförmigen Boden haben.

DolineDoline 1: Grossdoline mit kleinen Trichterdolinen in den Alpen.

DolineDoline 2: Lösungsdoline (a), Einsturzdoline (b), Schwemmlanddoline (c) und Sackungsdoline (d).
 
 

 

 

 
 
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