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Arnberger

 
     
  Erik, österreichischer Kartograph und Geograph, * 22.4.1917 in Wien, † 25.8.1987 in Wien. Er studierte Geographie, Geologie und Meteorologie an der Universität Wien. Beruflich wechselte Arnberger nach kurzer Lehrtätigkeit an der Handelsakademie in Wien im Oktober 1947 in die Kommission für Raumforschung und Wiederaufbau der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1951 folgte die Anstellung im "Österreichischen Statistischen Zentralamt". Der 1963 erworbenen Lehrbefugnis folgte 1968 die Berufung zum ordentlichen Universitätsprofessor und 1969 zum Vorsteher des Instituts für Geographie der Universität Wien. Hier konnte im Rahmen der Studienrichtung Geographie 1971 der Studienzweig Kartographie eingerichtet werden, der mit der Etablierung der Kartographie an der Technischen Universität Wien ganz wesentlich die Anerkennung der Kartographie als selbständige Disziplin auch in Österreich bewirkte.


Bereits 1969 erfolgte seine Ernennung zum Direktor des in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften neu gegründeten Instituts für Kartographie. In sechs Abteilungen entstanden mit frühen Satellitenbildkarten und rechnergestützt hergestellten Karten von Österreich, mit den "Forschungen zur Theoretischen Kartographie" und der Herausgabe der auf 16 Bände konzipierten Enzyklopädie "Die Kartographie und ihre Randgebiete" herausragende Leistungen, darunter auch bemerkenswerte Arbeiten zur empirischen bzw. experimentellen Kartographie (z.B. Wahrnehmung von Kartenzeichen). Ausserdem war Arnberger in neun wissenschaftlichen Kommissionen der Akademie tätig und leitete 1981-85 das Österreichische Nationalkomitee "Man and Biosphere" des UNESCO-Programms. Von 1969 bis 1976 war er ausserdem als Mitarbeiter und Leiter der Forschungsgruppe "Thematische Kartographie" der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover tätig, einer Arbeitsgruppe, die Grundlagen zur Automatisierung in der Kartographie legte. Aus praktischer Tätigkeit erwuchsen Arbeiten zur Methodik der von ihm als Formalwissenschaft aufgefassten Kartographie.


Die gezielte Sichtung von über 20.000 Archivstücken 1953/54 lieferte Erkenntnisse zur Herausbildung der Thematischen Kartographie und ihrer Methoden in Österreich. Aus der systematischen Aufarbeitung des Stoffes entstand das "Handbuch der thematischen Kartographie" (1966) als erste grosse Monographie des damals noch jungen Arbeitsfeldes. In der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, deren Präsidentschaft Arnberger 1975-78 ausübte, hatte er von 1961 bis 1985 den Vorsitz der Österreichischen Kartographischen Kommission inne. Die Werke "Die Kartographie im Alpenverein" und "Grundsatzfragen der Kartographie" entstanden 1970 aus Anlass der von ihm organisierten ersten Dreiländertagung der deutschen, schweizerischen und österreichischen Kartographen. Von ihm ging eine prägende Wirkung auf die Entwicklung der Kartographie in Österreich und Deutschland aus.
 
 

 

 

 
 
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