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Gleichgewichtsformen, die dann entstehen, wenn ein Kristall von seiner Oberfläche her angelöst oder chemisch zersetzt wird. Geht die Auflösung von Störstellen des Kristalles aus, besonders von Spaltrissen und hohlen Kanälen, so entstehen Vertiefungen mit teils gerundeten, teils glatten Flächen, die als Ätzgruben bezeichnet werden. Bleiben auf den Kristallflächen durch Ausweitung der Ätzgruben erhabene Stellen zurück, heissen sie auch Ätzhügel. Die Form dieser Ätzfiguren hängt von den Ätzbedingungen, insbesondere vom Ätzmittel, ab. Die Symmetrie der Ätzfiguren entspricht jedoch immer der Symmetrie der Kristallfläche, auf der sie entstehen. In vielen Fällen lässt sich durch Ätzfiguren die wahre Symmetrie eines Kristalls und die kristallographische Orientierung nachweisen und erkennen. So sind Ätzfiguren auf den Rhomboederflächen von Calcit monosymmetrisch ausgebildet, auf den entsprechenden Flächen von Dolomit dagegen asymmetrisch ausgebildet. Mit Hilfe der Ätzmethode können weiterhin technisch wichtige Kristallbaufehler sichtbar gemacht werden, so z.B. die Stufenversetzungen und die Schraubenversetzungen. |
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