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Vektorenmethode

 
     
  Methode der Bewegungslinien, Pfeildarstellung, aus der Übertragung und Verallgemeinerung des mathematischen Vektorbegriffes abgeleitete Methode der kartographischen Entwicklungsdarstellung zur Veranschaulichung von Ortsveränderungen und Bewegungsabläufen auf der Erdoberfläche (Linienrichtungskarte, Flächenrichtungskarte). Das universelle graphische Ausdrucksmittel hierfür ist der Pfeil. Zur Referenzierung von metrisch skalierten Daten (Mengen, Quantitäten) kann die Breite des Pfeils, zur Kennzeichnung von Bewegungsintensität (Geschwindigkeit) die Länge des Pfeils und für die qualitativen Unterschiede (Nominalskala) die Füllung bzw. die Farbe benutzt werden. In bestimmten Fällen wird die Länge durch Ausgangs- und Zielort über den Kartenmassstab vorgegeben. In solchen Fällen wirkt visuell als Pfeilgrösse die sich aus Länge und Breite ergebende Fläche des Zeichens. Nur bei der Darstellung von Transportleistungen werden damit visuell zutreffend Menge und Weg charakterisiert, was bei der Karteninterpretation zu berücksichtigen ist. Hauptanwendungsgebiete der Vektorenmethode sind: a) Darstellung von Routen (Strecken), z.B. Vogelfluglinien. Nicht-linear erfolgende Wanderungen (von Völkern) werden verallgemeinert oft als schematische lineare Wege mittels besonders gestalteter Pfeile, z.B. anschwellend, wiedergegeben; b) Verlauf der Zugbahnen von Zyklonen, Ausbreitung von Kulturleistungen sowie Ausbreitung von Krankheiten, wozu meist ein geschwungener Pfeilverlauf bevorzugt wird. c) Regelmässig sich wiederholende Ortsveränderungen, wie Pendelwanderungen, Ebbe- oder Flutstrom, können als Einrichtungs- oder zweiphasig gegenläufige Darstellung gestaltet werden. d) Bei Verlagerung von Grenzen, wie Küsten- und Uferlinien, Veränderungen von Pflanzenarealen oder anderen Territorien, wird der Pfeil meist zusätzlich zur Mehrphasendarstellung der flächigen Erscheinungen eingesetzt. e) Bewegungen in Kontinua, wie Meeresströmungen und Luftmassenverfrachtung, lassen sich mittels Pfeilscharen sichtbar machen. f) Transport von Personen und Gütern kann durch Bänder unterschiedlicher Breite (Bandkartogramm) mit zusätzlich eingefügten Pfeilen wiedergegeben werden. Dabei kann die Linienführung mehr oder weniger stark generalisiert bis schematisiert sein. Auch die völlige Lösung vom Grundriss wird praktiziert. Probleme bietet die Quantifizierung, da Transportmengen ihrem Wesen nach nur durch mehrdimensionale körperliche Figuren wiedergegeben werden sollten, für die Darstellung aber meist nur die eine Dimension Bandbreite benutzt wird, so dass in der Regel ein nichtlinearer Wertmassstab nötig ist. Eine andere Methode ist die Verwendung von Werteinheitslinien (dünne Linie 1 Einheit, mittelstarke Linie 10 Einheiten, starke Linie 100 Einheiten), was ablesbare Mengenwerte liefert, jedoch graphisch unschöne Bilder ergibt. Die Verwendung von zweidimensionalen „Röhren” ist nur bei schematischen Darstellungen sinnvoll. In gewisser Weise gehören zur Vektorenmethode auch die Schraffen, die die Richtung des stärksten Gefälles markieren, und die echten Richtungsdiagramme.  
 

 

 

 
 
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