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Schichtstufe

 
     
  Landstufe, die an ein widerständiges, stufenbildendes Gestein (Stufenbildner) gebunden ist, das von Schichten geringerer Widerständigkeit (Sockelbildner) unterlagert wird (Abb. 1). Voraussetzung für die Entstehung einer Schichtstufe ist der im Verlauf der Tieferlegung der Erosionsbasis an der Oberfläche morphologisch wirksam werdende Härteunterschied der Schichten. Markante Steilstufen entstehen dort, wo das resistente Gesteinspaket ausgeräumt wurde und die Erosion bis in die darunterliegenden weicheren Schichten fortgeschritten ist. Anlass für die Zerschneidung des Schichtpaketes ist i.d.R. eine Heraushebung und eine damit verbundene Schrägstellung der Schichten. Der Stufenhang wird von der steileren Stufenstirn (Oberhang) im Bereich des Stufenbildners und dem flacheren Sockelhang (Unterhang) aus weniger widerständigem Gestein gebildet. Da die stufenbildende Schicht durch Kluftsysteme und Porosität meist gut wasserleitend ist und der weichere Sockelbildner wasserstauende Eigenschaften aufweist, ist am Ausstreichen der Grenzfläche im allgemeinen ein Quellhorizont (Quellenlinie) ausgebildet. Die von ihm ausgehende Quellerosion spielt bei der Formung der Stufe in humiden Gebieten eine grosse Rolle.


Den höchsten Punkt der Stufe bildet der Stufenfirst (First). Dieser ist meist als Kante zwischen dem Stufenhang und der Stufenfläche ausgebildet. Diese Kante wird als Trauf bezeichnet. Oft ist der Trauf nicht mit der Scheitellinie der Stufe identisch. Der dazwischen ausgebildete, konvexe Oberhangbereich wird dann als Walm, die Stufe als Walmstufe bezeichnet. Die stufenbildende Schicht trägt die Stufenfläche (Stufenlehne). Ihre Neigung und Abdachungsrichtung wird vom Einfallen des Schichtkomplexes bestimmt, jedoch ist der Abdachungswinkel der Stufenfläche geringer als der Einfallswinkel der Schichten, so dass auf der Stufenfläche mit zunehmender Entfernung vom Trauf jüngere Gesteine anstehen, die in einem sehr flachen Winkel geschnitten werden. Die Stufenfläche ist daher eine Abtragungsfläche (Skulpturfläche), deren Anlage und Verlauf jedoch strukturell geprägt ist (Strukturformen). Seltener entstehen sog. Achterstufen, bei denen die Stufenstirn in Richtung des Schichtfallens exponiert ist. Hierfür wurden auch die Begriffe »konträre Stufe« (=Frontstufe) und »konforme Stufe« (=Achterstufe) geprägt. Die Zurückverlagerung der Stufe durch die von subsequenten Flüssen und ihren obsequenten Nebenflüssen (konsequenter Fluss) gesteuerten Abtragungsprozesse lässt Zeugenberge (Auslieger) entstehen (Abb. 2). Ausmass und Geschwindigkeit der Rückverlagerung der Stufenstirn werden gesteuert von der Gesamtheit der tektonischen Parameter, den klimatischen Bedingungen sowie dem vorhandenen Abtragungsschutz aufgrund der Vegetationsbedeckung. Sie spiegeln sich unmittelbar in der Prozessintensität der fluvialen Erosion, den auftretenden Rutschungen (Hangbewegungen) und Massenbewegungen wider. Von zentraler Bedeutung sind damit, neben dem Gefälle und der Wasserführung subsequenter und obsequenter Flüsse, die Intensität der Quellerosion und die Frostwirkung. Schichtstufen weisen meist einen stark zerlappten und gebuchteten Verlauf auf, wodurch sie auf Karten, Luft- und Satellitenbildern gut von Bruchstufen zu unterscheiden sind, die sich einer tektonischen Hauptrichtung unterordnen. Schichtstufenlandschaft.

SchichtstufeSchichtstufe 1: Schichtstufenformen.

Schichtstufe
 
 

 

 

 
 
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