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Sanierungsverfahren

 
     
  in der Umwelttechnik Massnahmen, durch die sichergestellt wird, dass von einem mit Schadstoffen verunreinigten Standort hinsichtlich der vorhandenen oder geplanten Nutzung keine Gefahren für Leben und Gesundheit von Menschen oder anderen Schutzgütern ausgeht. Nach Durchführung der Sanierungsmassnahmen sollen vom sanierten Standort keine Gefährdungen und nur bekannte, geringe und kontrollierbare Beeinträchtigungen hervorgerufen werden. Unter Sanierung im weiteren Sinn versteht man sowohl die Dekontamination des Standorts als auch die Durchführung von Sicherungsmassnahmen. Sicherungsmassnahmen sollen die von einem kontaminierten Standort ausgehende Gefährdung abwehren. Die Schadstoffe selbst werden dabei nicht entfernt. Sicherungsverfahren werden eingesetzt bei Notwendigkeit von schnellen Massnahmen zur Verminderung des Risikos bei einer akuten Gefährdung, wenn eine Sanierung aus wirtschaftlichen (z.B. bei grösseren Altdeponien), verfahrenstechnischen oder Arbeitsschutzgründen nicht möglich ist. Zu den Sicherungsverfahren gehören die Einkapselungsverfahren, Verfestigungsverfahren, Stabilisierungsverfahren sowie einige hydraulische Massnahmen. Sanierungsmassnahmen im engeren Sinn beinhalten im Unterschied zur Sicherung den Abbau bzw. die Entfernung der Schadstoffe. Die Sanierungsmassnahmen lassen sich, je nach Ort ihrer Durchführung, in folgende Gruppen unterscheiden: Bei den In-situ-Verfahren erfolgt die Sanierung im natürlich anstehenden Boden bzw. in der Ablagerung. Im Gegensatz dazu stehen die Ex-situ-Verfahren, bei denen der Boden zur Sanierung ausgekoffert wird. Hier wiederum wird unterschieden zwischen den On-site-Verfahren, bei denen der ausgekofferte Boden vor Ort behandelt wird, und den Off-Site-Verfahren. Für letztere wird der ausgekofferte Boden zur Behandlung vom Standort entfernt. Unabhängig vom Ort der Durchführung unterscheidet man unterschiedliche Sanierungsansätze: a) thermische Verfahren (thermische Bodenreinigung), Extraktions- und Waschverfahren (Bodenwaschverfahren) und pneumatische Sanierung; b) hydraulische Massnahmen: Sie werden in Verbindung mit In-situ-Verfahren zur Reinigung des Grundwassers eingesetzt. Dazu zählen u.a. die Entnahme von kontaminiertem Grundwasser zwecks anschliessender Reinigung (Pump and Treat) und die direkte Reinigung von Grundwasser durch Mischen mit Luft (UVB-Verfahren). Daneben dienen hydraulische Massnahmen zur Unterstützung von biologischen In-situ-Massnahmen durch Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff und/oder Nährstoffen; c) biologische Sanierungsmassnahmen, d.h. die Steuerung von mikrobiologischen Abbauprozessen, die teilweise unter Zugabe speziell adaptierter Mikroorganismen erfolgt.  
 

 

 

 
 
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Weitere Begriffe : magnetische Suszeptibilität Methode der grössten Wahrscheinlichkeit Monohydrol

 

 
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