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Parabraunerde

 
     
  Lessives, Bodentyp, der sich im gemässigten Klima an damals nicht vernässten, z.B.
mitteleuropäischen Standorten vor allem unter Laubwald besonders in kalkhaltigen, schluff- und feinsandreichen Substraten wie Löss, Geschiebelehm sowie glazifluvialen Sanden entwickelt hat. Die Prozesse der Entkalkung, Verbraunung, Tonneubildung und Tonverlagerung führen zur Entstehung von Parabraunerden. Vor den mittelalterlichen Rodungen und damit dem Einsetzen von starker Bodenerosion in Mitteleuropa besassen Parabraunerden die folgende Horizontierung: Ah=geringmächtiger Humushorizont, Al=Tonverarmungshorizont, Bt=Tonanreicherungshorizont, in homogenem Löss mit relativ homogener Tonanreicherung im Mittel- und Grobporenraum, in Sanden mit Tonanreicherung in etwa oberflächenparallelen, wenige Millimeter bis einige Zentimeter mächtigen Bändern, Bv=meist homogener verbraunter Horizont (nicht immer entwickelt) und Cv=Ausgangssubstrat (Bodentyp Abb. im #Farbtafelteil).


Der Humushorizont war vorwiegend nur wenige Zentimeter, der Tonauswaschungshorizont bis zu 0,6 m mächtig. Die Gesamtmächtigkeit des gegliederten Bt-Horizontes schwankte von weniger als 1 m (z.B. in den Lössen der Braunschweiger Lössbörde und Unterfrankens oder in Geschiebelehmen Norddeutschlands) bis über 3 m (beispielsweise in den sandreichen Lössen am südwestlichen Harzrand). Die Mächtigkeit wurde vor allem von den Substrateigenschaften (Kalkgehalt, Körnung, Lagerungsverhältnisse), dem Relief und der Summe des Jahresniederschlages bestimmt. Der Verbraunungshorizont war bis zu 0,6 m mächtig. Bodenerosion hat in Mitteleuropa während Mittelalter und Neuzeit an Hängen zur oft teilweisen und lokal vollständigen Abtragung der Parabraunerden geführt. In mittelalterlichen schluffig-lehmigen oder sandigen Kolluvien, die seit dem ausklingenden Spätmittelalter unter Laubwald liegen, haben sich oft erneut Parabraunerden gebildet.
 
 

 

 

 
 
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