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Nivellierlatte

 
     
  Latte,metrisch unterteilter oder mit einem nicht bezifferten Strichcode versehener Massstab zur Messung des lotrechten Abstandes zwischen einem horizontalen Zielstrahl und dem Aufsetzpunkt der Latte (geometrisches Nivellement). Man unterscheidet einfache Nivellierlatten und Präzisionsnivellierlatten. Bauart, Länge, Material und Ausführung der Latten orientieren sich an ihrem Verwendungszweck. Einfache Nivellierlatten werden in Verbindung mit Bau- oder Ingenieurnivellieren bei geometrischen Nivellements geringer bis mittlerer Genauigkeit verwendet. Sie sind aus Holz, Kunststoff oder Aluminium gefertigt, bis zu 4 m lang und 8 cm breit und haben einen rechteckigen Querschnitt, der zur Versteifung mit Rippen versehen sein kann. Die Latten sind durch Beschichtung oder Lackierung gegen Feuchtigkeit geschützt. Zur Transporterleichterung sind die Latten so konstruiert, dass sie zusammengeklappt (Klapplatte), -gesteckt oder -geschoben (Teleskoplatte) werden können. Die Vorderseiten einfacher Nivellierlatten sind i.d.R. in cm-Felder geteilt, nach dm beziffert und mit einer E-Teilung oder Schachbretteilung versehen, deren Nullpunkt in der Ebene der Aufsetzfläche liegt. Häufig ist die Teilung für die ungeraden Meter in schwarzer und für die geraden Meter in roter Farbe aufgebracht. Sofern als Lattenteilung ein nichtbezifferter Strichcode aufgebracht ist, können die Latten nur mit den dazugehörigen elektronischen Nivellierinstrumenten (Digitalnivellieren) verwendet werden. Für Vermessungsarbeiten mit sehr geringen Genauigkeitsanforderungen kann auch ein Nivellierzollstock, d.h. ein Gliedermassstab mit aufgetragener E-Teilung benutzt werden.


Präzisionsnivellierlattenwerden immer dann verwendet, wenn sehr hohe Anforderungen an die Genauigkeit der nivellitischen Höhenmessung gestellt werden (Liniennivellement). Man setzt sie i.d.R. paarweise, entweder in Verbindung mit einem optisch-mechanischen Nivellierinstrument (mit Planplattenmikrometer) oder mit einem Digitalnivellier vergleichbarer Präzision ein. Der Lattenkörper einer Präzisionsnivellierlatte besteht aus einem verwindungssteifen, 1-3 m langen, kastenförmigen Holz- oder Leichtmetallrahmen, in den der Teilungsträger mittels einer Feder eingespannt ist. Als Teilungsträger wird ein temperaturunempfindliches Metallband mit geringem Längenausdehnungskoeffizient, z.B. aus Invar, verwendet. Sofern sie nicht mit einem nichtbezifferten Strichcode versehen sind, tragen Präzisions-Nivellierlatten eine doppelte Strichteilung (Zweiskalenlatte). Während eine Teilung in der Ebene der Aufsetzfläche mit Null beginnt, ist die andere Teilung um einen unrunden Betrag, die Lattenkonstante, versetzt aufgetragen. Es gibt ausserdem Zweiskalenlatten, die je eine Teilung auf der Vorder- und Rückseite der Latte tragen; diese Latten bezeichnet man als Wendelatten. Werden auf jedem Lattenstandpunkt beide Teilungen einer Zweiskalenlatte abgelesen, so werden im Prinzip zwei parallele Nivellements ausgeführt, wodurch die Genauigkeit gesteigert und der Schutz gegen Ablesefehler erhöht werden. Zur Kontrolle ihrer lotrechten Aufstellung, kann an die Rückseite einer Nivellierlatte entweder eine Dosenlibelle montiert oder ein Lattenrichter angehalten werden. Beim Aufstellen einer Nivellierlatte ist stets auf eine feste Unterlage zu achten. Der Aufsetzpunkt muss der eindeutig höchste Punkt der Unterlage sein, damit sich die Höhenlage der Latte bei einer Drehung zwischen Rückblick und Vorblick nicht ändert. An Wechselpunkten wird die Latte auf einem Lattenuntersatz aufgestellt.
 
 

 

 

 
 
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