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Koprolith

 
     
  [von griech. kopros=Kot und lithos=Stein], Kotspur, Faecichnion, ein fossiles
mineralisiertes Exkrement. Die Koprolithen von Fleischfressern sind durch die Knochen ihrer Beute
fast immer in das Calciumphosphat Carbonatapatit umgewandelt ("phosphoritisiert") und glänzen
dadurch dunkel oder schimmern elfenbeinfarben. Wegen der grossen mechanischen und chemischen
Widerstandsfähigkeit von Carbonatapatit sind diese Koprolithe oft in Rückstandsgesteinen wie z.B.
bonebeds angereichert. Sehr charakteristisch ist der spiralig-lagige Aufbau von Fisch-Koprolithen
(Abb. 1). Die ältesten derartigen Spurenfossilien sind aus dem Silur bekannt. Pflanzenfresser
produzieren mehr Kot, aber meist in weniger leicht erkennbarer Form. Gut untersucht sind nur die
etwa 0,5-2 mm dicken brikettartigen Mikrokoprolithe von Krebsen, deren innere Struktur dem Aufbau
des Darmes entspricht (Abb. 2). Bei diesen Typen liegt meist keine intensive Mineralisierung vor, so
dass sie nur im angeschliffenen Gestein sichtbar sind. Im Gegensatz zu den Wirbeltier-Exkrementen
tragen sie eigene Namen, da ihre interne Struktur sehr charakteristisch ist. Der Kot von Gliedertieren i.a. ist ab dem frühen Devon, der Kot holzbohrender Milben ab dem oberen Karbon überliefert. Koprolithen sind teilweise für die Alterseinstufung des Gesteins nützlich. Wegen ihrer meist guten Erhaltung lassen sich Rückschlüsse auf vorhandene Ernährungsweisen ziehen, auch wenn die Erzeuger meist unbekannt bleiben. Mit Koprolithen kann man grob Ablagerungsräume voneinander trennen (sog. "Koprofazies"). Andere fossilisierte Reste tierischer Verdauung wie Gewölle und Darminhalte sind keine Koprolithe im strengen Sinn (Regurgitalith, Cololith). Faecichnion.

KoprolithKoprolith 1: a) heteropolarer und b) amphipolarer Koprolith eines Fisches oder Amphibiums.

KoprolithKoprolith 2: a)-d) Krebs-Koprolithen: a) Favreina, b) Thoronetia, c) Palaxius, d) Parafavreina; e) Mikrokoprolithen (Coprulus) unklarer Herkunft.
 
 

 

 

 
 
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