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Kerogentyp

 
     
  Kerogen wird aufgrund seiner durch unterschiedliche organische Ausgangsverbindungen bedingten Elementverteilung von Wasserstoff (H), Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O) in drei Typen unterteilt (Typ I bis Typ III). Graphisch wird diese Typisierung in Auftragung des H/C-Verhältnisses gegen das O/C-Verhältnis (Van-Krevelen-Diagramm) dargestellt. Mit zunehmender thermischer Reife des Kerogens bewegen sich die Elementverhältnisse im Richtung des Koordinatenursprungs des Diagramms hin. Wird zur Charakterisierung der Kerogen-Typen der Gehalt an organischem Kohlenstoff, bezogen auf seinen Masseanteil am gesamten Sediment (TOC, engl. total organic carbon) herangezogen, so unterscheidet man zusätzlich einen Typ IV, welcher im Van-Krevelen-Diagramm nicht dargestellt wird, jedoch unterhalb des Typs III liegen würde.


Typ I-Kerogen:enthält überwiegend aliphatische Kohlenwasserstoffketten und einen geringen Anteil aromatischer Verbindungen. Es besitzt ein hohes H/C-Verhältnis und einen geringen Schwefelgehalt. Der Kohlenstoff-Anteil liegt bei über 600 mg/g gesamten organischen Kohlenstoffs. Die Ausgangssubstanzen sind überwiegend lakustrinen und marinen Ursprungs (Algen und Bakterien). Aufgrund des hohen Anteils aliphatischer Kohlenwasserstoffketten besitzt das Typ I-Kerogen ein sehr hohes Erdöl- und Erdgasbildungspotential.


Typ II-Kerogen:enthält im Vergleich zum Typ I-Kerogen mehr aromatische und naphthenische Anteile und somit einen geringeres H/C-Verhältnis. Der Kohlenstoff-Anteil liegt bei 300-600 mg/g gesamten organischen Kohlenstoffs. Der Schwefelgehalt liegt über dem des Typ I-Kerogens. Die Ausgangssubstanzen sind marinen Ursprungs (Plankton und Algen), welche unter sauerstoffarmen Bedingungen abgebaut wurden. Das Typ II-Kerogen besitzt ein hohes Erdöl- und Erdgasbildungspotential.


Typ III-Kerogen: enthält überwiegend kondensierte Polyaromaten mit einem geringeren Anteil an aliphatischen Ketten und sauerstoffhaltigen funktionellen Gruppen. Der Kohlenstoffanteil liegt in dem Bereich von 50-200 mg/g gesamten organischen Kohlenstoffs. Die Ausgangssubstanzen des Typ III-Kerogens sind überwiegend Landpflanzen. Im Vergleich zum Typ I- und Typ II-Kerogen besitzt es ein geringes Erdöl- und Erdgasbildungspotential.


Typ IV-Kerogen: enthält überwiegend kondensierte Polyaromaten mit einem sehr geringen Anteil an aliphatischen Ketten (Inertit). Der Kohlenstoff-Anteil liegt unter 50 mg/g gesamten organischen Kohlenstoffs. Die Ausgangssubstanzen sind höhere Landpflanzen, welche stark oxidiert wurden. Da Typ IV-Kerogen kein Kohlenwasserstoffbildungspotential hat, wird es oft nicht als echtes Kerogen angesehen.
 
 

 

 

 
 
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