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Kartendruck

 
     
  Druck von Karten, der bevorzugt im Bogenoffsetdruck erfolgt. Abweichend von anderen farbigen Druckerzeugnissen bedarf es bei Karten einer besonderen Abstimmung der Kartengestaltung auf den Vierfarben- oder Mehrfarbendruck. Der Vierfarbendruck wird auch als Druck in kurzer Skala, ein Druck mit Schmuckfarben als Druck in langer Skala bezeichnet. Da der Vierfarbendruck alle Farben aus den Primärfarben Cyan, Magenta, Gelb und einem zusätzlichen Schwarz aufbaut, werden auch alle Kartenzeichen nur aus diesen Farben gebildet. Beim Druck, insbesondere von grossformatigen Karten, muss von einer mangelhaften Registergenauigkeit ausgegangen werden, wodurch feine Zeichnungen, die aus zwei oder drei Druckfarben gebildet wird, nicht genau übereinanderliegen und deshalb verschwommen wirken. Um die zu erwartende Registerungenauigkeit zu umgehen, müssen folgende Richtlinien bei der Kartengestaltung beachtet werden: a) Es ist empfehlenswert, Linien bis etwa 0,3 mm Breite im Vollton nur einer Druckfarbe zu drucken, Linien zwischen 0,3 mm und 1,0 mm Breite in Vollton oder 50% Rastertonwert einer einzigen Druckfarbe und erst ab 1,0 mm Breite Linienfarben aus mehreren Druckfarben zusammenzusetzen. b) Aus der Registerungenauigkeit resultierende Blitzer (farbfreie Stellen), an denen das Papierweiss sichtbar wird, können vermieden werden, indem alle schwarzen Kartenelemente von den Buntfarben nicht freigestellt, sondern überdruckt werden. Ausserdem wirkt eine Überfüllung, auch Trapping genannt, diesem Effekt entgegen. Dabei werden aneinandergrenzende Farbkanten überlappend gestaltet, i.a. der Bereich der helleren Druckfarbe vergrössert. Der Betrag der Überfüllung ist ein Erfahrungswert der Druckerei und liegt etwa bei 0,02 mm. Bei der Belichtung von Druckfilmen oder Druckplatten nimmt i.a. die eingesetzte Software die Berechnung der Überfüllung vor. c) Der Druck sehr geringer und sehr hoher Rastertonwerte kann nicht garantiert werden. Deshalb sollten nur Rastertonwerte zwischen 15% und 80% gewählt werden. Um ähnliche Farben trotz möglicher Tonwertverschiebungen unterscheiden zu können, sollte ein Unterschied von jeweils mindestens 20% Rastertonwert gegeben sein.


Eine gedruckte Karte repräsentiert nur einen bestimmten Farbraum, der abhängig ist von Farbe und Oberfläche des Bedruckstoffs, der Druckfarbe und den Bedingungen des Auflagendrucks. Die digitale Kartenbearbeitung erfolgt ausserdem am Bildschirm, in einem vom Offsetdruck abweichenden Farbraum, so dass die Farbgestaltung einer Karte am Bildschirm nie eindeutig beurteilt werden kann. Für die Wahl der Farben einer Karte muss deshalb eine Farbtafel herangezogen werden, die unter den gleichen Druckbedingungen und auf dem gleichen Bedruckstoff wie die zu erstellende Karte hergestellt worden ist. Beim Druck einer Karte mit Schmuckfarben, die aus einem breiten Sortiment ausgewählt werden können, umgeht man die Nachteile des Vierfarbdrucks bezüglich der Linienfarben und der Rastertonwerte, benötigt aber für jede Druckfarbe einen separaten Druckgang (z.B. bei geologischen Karten bis zu 20 Druckgänge) und massstabiles Papier. Somit ist der Druck mit Schmuckfarben teuer.
 
 

 

 

 
 
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