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Fliessgewässerabschnitt

 
     
  Flussabschnitt, Stromabschnitt in einem grösseren Fliessgewässer. Der Fliessgewässerverlauf wird von der Quelle bis zur Mündung meist durch den Oberlauf, den Mittellauf und den Unterlauf gekennzeichnet (Flusslängsprofil). Im Oberlauf sorgen starkes Gefälle, niedrige Wassertemperaturen und gewöhnlich geringe, nur punktförmige Schadstoffeinleitungen für hohe Fliessgeschwindigkeiten und klares, sauerstoffreiches Wasser. Entsprechend der hohen Fliessgeschwindigkeit werden hier die meisten Korngrössen erodiert, so dass die Gewässersohle von grobem Material gebildet wird. Mit abnehmendem Gefälle im Mittellauf verringert sich auch die Fliessgeschwindigkeit und lässt die Besiedlung mit Wasserpflanzen zu. Sauerstoff und Wassertemperatur sind grösseren Schwankungen unterlegen. Steinige bis sandige Fraktionen werden sedimentiert und bilden die Gewässersohle. Meist ist eine Talsohle ausgebildet, die von Menschen besiedelt oder landwirtschaftlich genutzt wird. Im Unterlauf gewinnt das Fliessgewässer an Breite und Tiefe. Die Fliessgeschwindigkeit ist hier nur noch gering, so dass sandige Fraktionen die Gewässersohle bilden. Der Sauerstoffgehalt unterliegt sehr starken tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Mit der Veränderung der Talform entlang eines Fliessgewässers variiert auch der bei Hochwasser überschwemmte Bereich und damit die Vegetationsform an den Ufern. Typische, an zeitweise oder dauerhafte Überschwemmung angepasste, natürliche Vegetationsformen entlang der Fliessgewässer sind die Auenwälder (Aue). Die Wassertemperatur spielt für die biologische Entwicklung und den Sauerstoffgehalt eine primäre Rolle. Kaltes Wasser hat eine höhere Löslichkeit für Gase als wärmeres Wasser, so dass der Sauerstoffgehalt im kühleren Wasser der Quellflüsse höher liegt als in den Unterläufen der Fliessgewässer mit höheren Wassertemperaturen (Abb.). Das Beispiel der Elz zeigt, dass sich das aus der Quelle abfliessende, relativ kühle Flusswasser in den Sommermonaten zunächst rasch erwärmt und dann stetig ansteigt bis zum Unterlauf. Im Winter dagegen ist das Quellwasser gegenüber der Lufttemperatur relativ warm, da es nur eine kleine jahreszeitliche Temperaturamplitude aufweist. Auf den ersten Laufkilometern kühlt es sich rasch und erheblich ab, im weiteren Verlauf nimmt die Temperatur dann wieder zu. Ursächlich beteiligt an diesem Verhalten der Wassertemperatur der Elz sind zum einen die Lage in einem ausgeprägten Jahreszeitenklima, zweitens die Höhendifferenz von ca. 900 m zwischen der Elzquelle und Riegel im Oberrheintal und schliesslich Grundwasserzuflüsse im Mittel- und besonders im Unterlauf. Die Fläche A in der Kurve der Jahresmittel verdeutlicht das Mass der Temperaturabnahme in den oberen Laufabschnitten, Fläche B zeigt den Wärmegewinn flussabwärts.


KHo

FliessgewässerabschnittFliessgewässerabschnitt: Temperaturverhalten der Elz (Schwarzwald) von der Quelle bis zur Mündung für die Monate August und Januar sowie im Jahresmittel. Q = Quelle, RO= Station Rorhardsberg, GU = Gutach und RI = Riegel.
 
 

 

 

 
 
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