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Erdbebenvorläufer

 
     
  Vorläuferaktivitäten, Änderungen der Seismizität und von physikalischen Grössen, die durch die Akkumulation von Deformationsenergie im Herdgebiet vor einem bevorstehenden Erdbeben verursacht werden können. Das Dilatanz-Modell bietet eine physikalische Grundlage, um das Verhalten von Erdbebenvorläufern zu untersuchen. Gesteinsproben, die im Labor in Druckpressen bis zum Bruch belastet werden, zeigen deutliche Abweichungen von den linearen Spannungs-Dehnungs-Beziehungen, sobald etwa die halbe Bruchspannung erreicht ist. Das Volumen vergrössert sich, da sich Mikrorisse schon vor dem Bruch öffnen. Diese Volumenvergrösserung wird als Dilatanz bezeichnet. Das Modell kommt allerdings nur für Flachbeben in Frage, da bei grösseren Tiefen der Überlagerungsdruck Dilatanz verhindert. In Übertragung der Laborergebnisse auf seismogene Zonen, geht man davon aus, dass sich bei zunehmender Akkumulation von Deformationsenergie im Herdgebiet eines zukünftigen Erdbebens Mikrorisse im Gestein öffnen. Damit ändern sich auch viele physikalische Parameter, wie z.B. die elektrische Leitfähigkeit, magnetische Eigenschaften des Gesteins oder die seismischen Geschwindigkeiten, und es kann zur Erhöhung seismischer Aktivität in Form von Vorbeben kommen. An der Erdoberfläche kann sich die Volumenzunahme durch Hebungen und Neigungsänderungen sowie durch Änderungen im Grundwasserspiegel bemerkbar machen. Anomalien geochemischer Parameter, wie z.B. die erhöhte Emission von Radon vor einem Erdbeben, hat man ebenfalls mit dem Dilatanz-Modell erklärt. Mit geophysikalischen Methoden kann man versuchen, Änderungen dieser und anderer physikalischer Parameter im Herdgebiet zu identifizieren und zu überwachen. Die Frage allerdings, ob beobachtete Änderungen physikalischer Parameter eindeutig als Erdbebenvorläufer interpretiert werden können, wird sich meistens nicht mit Sicherheit beantworten lassen. Ein häufig erwähnter Vorläufer ist abnormales Verhalten von Tieren vor einem Erdbeben, für das es keine generell akzeptierte wissenschaftliche Erklärung gibt. Leider gibt es bis jetzt noch keine gesicherte Grundlage für eine zuverlässige Erdbebenvorhersage aus der Beobachtung von Vorläufern.  
 

 

 

 
 
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