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Brunnenausbau

 
     
  Überführung einer Brunnenbohrung in einen Brunnen. Kriterien für einen ordnungsgemässen Brunnenausbau sind Ausbautiefe, Einbautiefe und Durchmesser von Pumpen und Filterstrecke, Tiefe und Öffnungsweite der Filter in Anpassung an die gegebenen geologischen Verhältnisse, Verkiesung und Brunnenkopf. Die Rohrtour des Ausbaumaterials kann in einem Zug in das offene oder, im Bereich nicht zu erschliessender Schichten, mit einer Verrohrung oder über die ganze Länge mit einer temporären Schutzverrohrung ausgestattete Bohrloch eingebracht werden. Dabei sollte die Rohrtour nicht auf der Bohrlochsohle aufstehen, sondern eingehängt und mit Zentrierspangen in Mittellage des Bohrlochs gehalten werden. Bei tiefen und übertiefen Brunnen können auch aus wirtschaftlichen Gründen Rohrtouren mit zur Tiefe abnehmenden Durchmessern eingebracht werden (Teleskopierung) oder in eine bestehende permanente Rohrtour über einen Einhängekonus oder einen liner-hanger eingebaut werden. Zur Vermeidung von korrosionsfördernden Strömen sind zwischen unterschiedlichen Metallen der Rohrtour immer dielektrische Übergänge einzusetzen. Die Filterstrecke erfasst i.a. die gesamte wassererfüllte Mächtigkeit des Aquifers (vollkommene Brunnen) bis zur Höhe des voraussichtlichen Betriebswasserspiegels und schliesst zur Tiefe mit dem Sumpfrohr ab. Falls nicht vorverkieste (Kiesbelags-) Filter benutzt werden, wird der Ringraum zwischen Filter und Bohrloch zur Vermeidung des Eintrags von Feinstoffen und zum Schutz des Ausbaumatarials verkiest. Nur in Ausnahmefällen (Karstgrundwasserleiter, standfestes Gebirge) kann darauf verzichtet werden. In den Kies des Ringraums kann zur Überwachung der Absenkung im Förderbetrieb ein Peil- oder Pegelrohr miteingebracht werden. Zur Vermeidung von Zuflüssen zum Brunnen aus anderen Grundwasserstockwerken oder von der Oberfläche her wird die Filterstrecke durch Quellton-Abdichtungen, ggf. auch Zementierungen des Ringraumes, abgedichtet. Der Brunnenkopf wird vielfach in einem mit einer Abdeckung versehenen Schacht angelegt, kann aber auch bis zur Erdoberfläche hochgezogen und mit einer Brunnenplatte umgeben werden (Abb.).

BrunnenausbauBrunnenausbau: Standardtypen von Ausbauvarianten eines Bohrbrunnens: a) Europäischer Brunnen mit durchgängigem Bohr- und Ausbaudurchmesser, Pumpe in Vollrohrtour. b) Europäischer Brunnen mit teleskopierten Bohr- und Ausbaudurchmessern, Pumpe in Vollrohrtour. c) Amerikanischer Brunnen, teleskopiert, Pumpe im Filterbereich.
 
 

 

 

 
 
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