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Boyle

 
     
  Sir Robert, britischer Physiker und Chemiker, * 25.1.1627 in Lismore (Irland), † 30.12.1691 in London; sprach bereits mit acht Jahren Latein und Griechisch, unternahm im Alter von elf Jahren eine ausgedehnte Bildungsreise (1637-44) durch Frankreich, Schweiz und Italien, auf der er eine umfassende Ausbildung in Rechtswissenschaften, Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften erhielt; studierte im Alter von 14 Jahren die Werke von G. Galilei; siedelte 1654 nach Oxford über und wurde letztlich (ab 1668) in London ansässig; Mitbegründer der Royal Society; ungewöhnlich vielseitiger Naturforscher, überzeugter Anhänger der mechanistischen Atomistik und Gegner der chemischen Lehre von den vier Elementen bzw. von den drei Prinzipien des Paracelsus; führte chemische Analysen und Experimente über Oxidationsvorgänge bei Metallen und Verbrennungen durch; auch Untersuchungen über Neutralisationsvorgänge; beobachtete als erster die Anomalie des Wassers; erkannte unabhängig von D.G. Fahrenheit die Abhängigkeit des Siedepunktes vom Luftdruck; führte Versuche über den Luftdruck und das Vakuum durch und verbesserte 1657 zusammen mit R. Hooke die Luftpumpe von O. von Guericke; bewies G. Galileis Behauptung, dass alle Körper im Vakuum gleich schnell fallen; untersuchte die chemische Beschaffenheit der Luft und die Kompressibilität der Gase; entdeckte 1662 experimentell das Druck-Volumen-Gesetz der Luft, dessen Begründung später von E. Mariotte gegeben wurde und das als Boyle-Mariotte-Gesetz bekannt ist; führte Untersuchungen von Mineralien nach Härte, Kristallform und Spaltbarkeit durch und stellte mittels Schnee und Salmiak Kältemischungen her; in seinem 1661 veröffentlichten Werk "The Sceptical Chymist" vertrat er im Gegensatz zu den alten Griechen, die ein Element als eine eher mystische Substanz ansahen, die Auffassung, dass ein Element Materie und nur durch ein Experiment bestimmbar sei; jede nicht mehr in einfachere Bestandteile zerlegbare Substanz sei ein Element; solche Elemente könnten zu einer Verbindung vereinigt und aus dieser wieder erhalten werden; damit gab er eine Definition des Begriffs "chemisches Element" und trug entscheidend dazu bei, die Chemie zu einer selbständigen Wissenschaft zu machen und der analytischen Chemie den Weg zu ebnen. Boyle lieferte auch Beiträge zur Biologie; er beschrieb unter anderem die Funktion der Schwimmblase und die Reflexbewegungen und führte die Bezeichnung "Pharmakologie" ein; er deutete die Atmung als chemische Beeinflussung des Blutes durch die Atemluft und verglich diese mit der Verbrennung; ausserdem führte er die Alkohol-Konservierung von zoologischen Objekten ein. Werke (Auswahl): "Tentamina quedam physiologica" (1661), "Experiments and Consideration touching Colours" (1663), "Origin of Forms and Qualities according to the Corpuscular Philosophy" (1664), "A Continuation of new Experiments touching the Spring and Weight of the Air" (1669), "A Collection of Tracts upon the Relation between Flame and Air" (1672).

BoyleBoyle , Sir Robert
 
 

 

 

 
 
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