Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Ökologie

 
     
  [von griech. oikos=Haushalt], Wissenschaft von den wechselseitigen Beziehungen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt. Diese Wechselwirkungen umfassen sowohl die Interaktionen unter den verschiedenen Organismen, als auch die Einwirkungen der unbelebten Umweltfaktoren (Ökofaktoren) auf die Organismen. Diese zwischen 1866 und 1869 entstandene doppelte Definition des Begriffes Ökologie durch den deutschen Zoologen E.H. Haeckel weist auf die entgegengesetzten, aber trotzdem miteinander zu vereinbarenden separativen Ansätze und holistischen Ansätze innerhalb des Faches hin. Eigentlicher Gegenstand der Ökologie ist somit der Stoff- und Energiehaushalt des bewohnbaren Teils des Planeten Erde, der Biosphäre. Die Modellvorstellung dieses Wirkungsgefüges beruht auf dem Ökosystem und dessen räumlicher Abbildung als Ökotop. Trotz einigen frühen quantitativen Ansätzen war die Ökologie lange Zeit eine überwiegend deskriptive, qualitativ arbeitende Disziplin im Sinne einer »allgemeinen Naturgeschichte«. Vor allem die Arbeiten der amerikanischen Brüder Odum, die 1969 in der Theorie der Sukzession von Ökosystemen gipfelten, konkretisierten durch quantitative und kausale Betrachtungen die Vorstellungen über Stabilität und Labilität von Ökosystemen. Gleichzeitig wurden auch in der Ökologie Experimente in Freiland und Labor als wichtige Komponenten der Untersuchung einbezogen. Die klassische Betrachtungsweise untergliedert das Gesamtgebiet der Ökologie nach der Grössenordnung der betrachteten Systeme in die Ökologie des Individuums (Autökologie), die Ökologie der Populationen (Demökologie oder Populationsökologie) und die Ökologie der Ökosysteme (Synökologie). Inhaltliche Gliederungen sind aber auch nach abiotischen und biotischen Schwerpunkten (Geoökologie, Bioökologie), nach den Lebensbereichen (terrestrische Ökosysteme, limnische Ökosysteme, marine Ökosysteme) und nach den Organsimenreichen (mikrobielle Ökologie, Pflanzenökologie, Tierökologie) möglich. Als multidisziplinäre Wissenschaft hat die Ökologie eine Reihe eigener Zweige entwickelt, bis hin zur immer stärker werdenden Einbeziehung von Geistes- und Sozialwissenschaften (Humanökologie). Auch Praxisbereiche wie die Raumplanung oder die Stadtplanung wenden sich zunehmend ökologischen Ansätzen zu (ökologische Planung, Theorie der differenzierten Bodennutzung). Die zunehmende öffentliche Wahrnehmung und Sensibilisierung hinsichtlich der Begrenztheit der globalen Ressourcen und der Gefahren durch die Umweltverschmutzung hat seit Anfang der 1970er Jahre zu einer beispiellosen »Karriere« des Begriffes Ökologie geführt. Ökologie gilt heute umgangssprachlich als Synonym des Guten und Schönen. Literatur: [1] Bick, H. (1998): Grundzüge der Ökologie. – Stuttgart. [2] Odum, E.P. (1997): Grundlagen der Ökologie. - Stuttgart. [3] Remmert, H. (1992): Ökologie. Ein Lehrbuch. - Berlin.  
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Ökogeographie
 
Ökopedologie
 
     

Weitere Begriffe : sonnig Wasserspannungskurve reproduktionstechnischer Film

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum