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mineralische Basisabdichtung

 
     
  Dichtung der Deponiesohle (Deponie) und der Flanken, die für Hausmüll oder industrielle Abfälle mindestens für einen Zeitraum von 30-50 Jahren eine Durchsickerung verhindern soll. Als mineralische Dichtungsstoffe kommen als natürliche Bodenarten v.a. Ton und schluffiger Ton bzw. tonige Lehme mit mehr als 20% Tonanteil in Betracht. Es dürfen Durchlässigkeitsbeiwerte (kf-Wert) von kf=5·10-10 m/s erreicht werden. Der Calciumcarbonatanteil soll höchstens 10-30%, der Gehalt an organischer Substanz höchstens 5-15% betragen. Festere Tonsteine können aufbereitet werden und ggf. durch Zugabe von Porenfüllern wie Bentonit die benötigte Dichtigkeit erhalten. Mineralische Basisabdichtungen haben den Vorteil der Schadstoffrückhaltung und der Beständigkeit gegenüber dem Sickerwasser. Es muss aber zwischen den Dreischicht- und den Zweischichttonmineralen unterschieden werden. Die Vorteile der Dreischichttonminerale liegen in ihrer Quellfähigkeit und der hohen Kationenaustauschkapazität. Sie haben allerdings den Nachteil, sich chemisch gegenüber den verschiedenen Sickerwasserinhaltsstoffen nicht besonders stabil zu verhalten. Somit weisen sie keine Langzeitbeständigkeit auf. Die nicht quellfähigen Zweischichttonminerale besitzen dagegen eine geringere Kationenaustauschkapazität, dafür aber sind sie chemisch weitaus stabiler. So wird dazu übergegangen, bei einschichtiger mineralischer Basisabdichtung eine gemischte Tonmineralogie zu verwenden. Als weitere Konsequenz wird häufig eine mehrschichtige mineralische Basisabdichtung eingebaut.


Besondere Wichtigkeit besitzen die Kennwerte der Tragfähigkeit und der Dichtungseigenschaften. Das Material darf nicht zu grobstückig eingebaut und muss zusätzlich verdichtet werden. Die Dicke der Einbaulagen darf max. 20-25 cm betragen, wobei 4-6 Übergänge zu fahren sind. Der Einbau sollte möglichst mit natürlichem Wassergehalt erfolgen. Bei natürlichen Materialien sind die unvermeidbaren Streuungen in der Materialzusammensetzung zu beachten, da die Schwankungen die gestellten Forderungen, z.B. bei der Durchlässigkeit, nicht überschreiten dürfen.
 
 

 

 

 
 
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