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geographische Namen

 
     
  Eigennamen der Gebiete und Orte sowie natürlicher und künstlicher Einzelobjekte auf der Erdoberfläche. Diese treten in der Karte als Kartennamen in Erscheinung. Die Gesamtheit der in Karten enthaltenen geographischen Namen wird auch als geographisches Namengut bezeichnet und u.U. in Registern erfasst (Registerherstellung). Darüber hinaus verfügen die meisten Länder über geographische Namensbücher, die vor allem über die Gattung und die Schreibweise der geographischen Namen Auskunft geben, z.B. das Gemeindeverzeichnis.


Geographische Namen bezeichnen u.a.: Meere und Meeresteile wie Buchten, Meerengen, auch das submarine Relief; Inseln, Halbinseln, Kaps, Küstenabschnitte; Binnengewässer: Flüsse und Kanäle sowie Stromschnellen, Wasserfälle; Seen und Stauseen, Staudämme; Reliefformen: Gebirge, Berge, Gletscher, Täler, Niederungen, Ebenen; Gebiete nach der Bodenbeschaffenheit bzw. -bedeckung: Sümpfe, Wälder, Steppen, Wüsten; Natur- und Kulturlandschaften; Siedlungen (Ortsnamen); Landverkehrswege, Pässe, Tunnel; Staaten und Verwaltungseinheiten, u.U. mit Angabe des Status; Schutzgebiete.


Die Einhaltung der Schreibweise der geographischen Namen gewährleistet die Unverwechselbarkeit der bezeichneten Objekte und dient damit der Unterscheidung, der Orientierung und der Kommunikation. Vor allem in mehrsprachigen Gebieten weist die Schreibweise geographischer Namen auch politische Aspekte auf. In zahlreichen Staaten befassen sich Gremien mit der Vereinheitlichung der Schreibweise und der Ausarbeitung entsprechender Empfehlungen und Richtlinien. In Deutschland ist dies der 1959 aus einem Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft für Kartographie hervorgegangene ständige Ausschuss für geographische Namen (StAGN). Auf internationaler Ebene wird die Standardisierung geographischer Namen durch die UNGEGN (United Nations Group of Experts on Geographical Names) koordiniert. Ausländische geographische Namen in exakter Schreibweise erfordern die Verwendung von Sonderzeichen und diakritischen Zeichen, soweit die betreffenden Schriftsprachen auf erweiterten lateinischen Alphabeten beruhen. Geographische Namen aus Staaten, die nicht lateinische Buchstabenschriften benutzen (z.B. Kyrillisch, Griechisch), werden entweder transkribiert oder transliteriert. Wortzeichenschriften wie das Chinesische lassen sich nur durch Umschriftsysteme übertragen, die die Phonetik berücksichtigen. Für einen Teil der geographischen Namen des Auslands existieren deutsche Exonyme, d.h. von den fremdsprachlichen amtlichen Namen abweichende deutsche Namen. Sie werden wiedergegeben, sofern sie für das Verständnis der Karte wichtig sind. Die ausschliessliche Verwendung von Exonymen oder fremdsprachlicher Namen kann die Verwendbarkeit der Karte einschränken.


Die in Atlanten und Karten angewendeten Regeln der Schreibweise sollten im Einführungstext, u.U.


in der Legende ausgewiesen werden.
 
 

 

 

 
 
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