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auffrieren

 
     
  kumulative Aufwärtsverlagerung im Untergrund befindlicher Objekte durch Frosteinwirkung. Die zur Erdoberfläche gerichtete Bewegungskomponente wird einerseits verursacht durch das Zusammenwirken von Frosthub und Frostschub, welche an der Unterseite von Steinen, Blöcken aber auch Baufundamenten usw. wirksam werden, andererseits durch das Anfrieren von Bodenmaterial an den Seiten dieser Objekte (Abb.). Während des Gefriervorgangs (Abb. a-d) rückt die Gefrierfront von der Oberfläche her nach unten vor, wobei das betrachtete Objekt an seiner Oberseite relativ früh eingefroren wird und aufgrund der Volumenzunahme des gefrierenden Bodens einer Hebung unterliegt. An seiner Unterseite entsteht ein Hohlraum (Abb. c), in welchen in dieser Tiefe noch ungefrorenes Material eindringen kann. Bei Steinen können sich dort ausserdem, bedingt durch die grössere Wärmeleitfähigkeit und demzufolge stärkere Abkühlung der Steine, hygroskopisch wirkende Eislinsen bilden (Abb. d). Sie wachsen aufgrund des zuziehenden und ebenfalls zu Eis werdenden Wassers (Pfeile) sukzessive an, was den in (Abb. d) sichtbaren Hebungsbetrag zu Folge hat. Beim Auftauprozess, welcher wiederum von der Oberfläche kommend erfolgt, sackt umliegendes, bereits aufgetautes Feinmaterial zusammen, während der Stein unten noch angefroren ist. Das Feinmaterial dringt auch in den Bereich der abschmelzenden Eislinse nach (Pfeile), so dass ein vollständiges Zurückfallen des Objektes in seine Ausgangsposition verhindert wird (Abb. f und g). Die Aufwärtsbewegung über eine oder mehrere Frostperioden kann dazu führen, dass die aufgefrorenen Objekte gänzlich aus dem Untergrund herausgedrückt werden, im Falle von Steinen entstehen in diesem Zusammenhang Frostmusterböden. Der Auffrierprozess ist zwar in Gebieten mit Permafrost besonders wirksam, läuft jedoch auch in permafrostfreien Bereichen ab.

auffrierenauffrieren: Auffrieren von Steinen nach der Frosthub-Hypothese von Beskow (1930). a-d) Gefrieren, d-g) Auftauen.
 
 

 

 

 
 
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