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Werner

 
     
  Abraham Gottlob, deutscher Mineraloge, * 25.9.1749 oder 1750 Thomendorf-Wehrau (Sachsen), † 30.6.1817 Dresden; studierte ab 1769 an der Bergakademie Freiberg (Bergwerkswissenschaften) und der Universität Leipzig (Naturwissenschaften, Sprachen und Jura); 1775 Anstellung als Inspektor der Bergakademie in Freiberg und Lehrer der Mineralogie . Werner war der erste, der eine Trennung zwischen den bis dahin nicht unterschiedenen geowissenschaftlichen Fachrichtungen vornahm. Zuerst trennte er von der Bergbaukunde die Mineralogie ab, die er nochmals untergliederte in die Lehre von den „sichtbar nicht gemengten Mineralien”, (Kristallographie) und der Lehre der „gemengten Gebirgsarten und Mineralien” (Mineralogie). Ab 1779 hielt er gesonderte Vorlesungen über die Gebirgslehre, die von ihm ab 1785 als eigene Wissenschaft Geognosie eingeführt wurde. Werner übernahm die Cronstedtsche Unterteilung der „erdigen”, „salzigen”, „brennbaren” und „metallischen” Mineralien als vier Klassen, bereinigte diese aber von künstlichen und echten Versteinerungen, Pseudofossilien, Bildsteinen, Erden etc. Die Kristalle teilte er nach der Farbe und der Beständigkeit der Kristallflächen sechs Klassen zu.


Werner nahm weiterhin eine Unterteilung der Gesteine in sechs Klassen mit etwa 36 „Formationen” (=Gesteinstypen) vor. Die unter seinem Namen 1787 veröffentlichte Abhandlung „Klassifikation und Beschreibung verschiedener Gebirgsarten” erschien ohne sein Wissen, betrieben durch seine Schüler.


Werner war ein entschiedener Verfechter des Neptunismus. Auf Grund des Vorkommens von Versteinerungen und der horizontalen Schichtung der (Sediment-)Gesteine erklärte er den Ursprung aller Gesteine aus dem Wasser. Vulkane und das Vorkommen von Lava erklärte er durch räumlich begrenzte, unterirdische Steinkohlenbrände.


Werner war ein charismatischer Lehrer. Er begründete in Freiberg eine eigene Schule. Zu seinen Schülern gehörten A. v. Humboldt, C.L. v. Buch und E.F. v. Schlotheim. Er publizierte selbst nur sehr wenig und übertrug die Veröffentlichung seines Mineralsystems seinen Schülern (Hoffmann, später Breithaupt). Seine Lehre konnte überdauern, da - oft gegen seinen Willen - Vervielfältigungen von Vorlesungsmitschriften erstellt wurden. Von ihm selbst ist nur eine geringe Anzahl von kleinen Aufsätzen und Abhandlungen über einzelne Mineralien geschrieben worden. Der Wortlaut eines Vortrages („Allgemeine Betrachtung über den festen Erdkörper”), den er 1817 in der Gesellschaft für Mineralogie in Dresden gehalten hatte, wurde nach seinem Tod gedruckt und gibt ein umfassendes Bild seiner geologischen Anschauung. „Werners letztes Mineralsystem” erschien posthum 1818.


Werner erhielt reichliche Anerkennungen für seine Verdienste: Er war Mitglied in den meisten Akademien der Wissenschaften, 1790 wurde er zum Bergrat ernannt, 1792 zum Bergkommissionsrat. 1816 erhielt er das Ritterkreuz des sächsischen Ordens. Werke (Auswahl): „Von den äusserlichen Kennzeichen der Fossilien” (1774).
 
 

 

 

 
 
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