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agrarische Wechselwirtschaft, shifting cultivation, Form der Landwirtschaft, bei der starke Ertragsrückgänge die Verlegung der Felder erzwingen, was gleichzeitig mit einer Verlegung der Siedlungen verbunden ist. Der Wanderfeldbau ist überwiegend in den Tropen und Subtropen verbreitet, auf Böden mit geringen Nährstoffreserven (z.B. Ferralsols, Acrisols, Plinthosols) und dient vor allem der Selbstversorgung. Die Erschliessung der Kulturflächen beginnt mit der Brandrodung mit den Nebeneffekten der Aschedüngung und Zerstörung von Unkräutern und Schädlingen durch das Feuer. Nach der Brandrodung ist eine Feldnutzung für ein (dauerfeuchte Tropen) bis maximal vier (wechselfeuchte Tropen) Jahre möglich. Die Auswahl an Nutzpflanzen ist dabei sehr vielfältig. Wanderfeldbau führt dank minimalem Bearbeitungsaufwand (Grabstock) nicht zur Waldzerstörung, sondern lässt Sekundärwald aufkommen. Vor der erneuten Feldnutzung sind 10-20 Jahre Waldbrache zur Regeneration der Böden notwendig. Wanderfeldbau ist sehr flächenaufwendig und kann daher nur in dünn besiedelten Regionen (max. 30 Einwohner/km2) mit grossen Waldreserven funktionieren. Weltweit ernähren sich rund 250 Mio. Menschen auf diese Weise. Wanderfeldbau hat aber in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. |
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