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grosse, breite ehemalige Abflussbahn der Schmelzwasser der Nordischen Inlandvereisung im Norden Mitteleuropas, heute meist als flaches Sohlental (Talformen) ausgebildet, dessen Gerinne in keinem Verhältnis zur Grösse des Tales steht. Urstromtäler können Talterrassen aufweisen, auf dem Talboden haben sich flächenhaft Niedermoore ausgebildet. Urstromtäler entstanden während der Kaltzeiten als Schmelzwasserrinnen, die den Eisrand grossräumig nach Westen und Nordwesten in Richtung Nordsee umflossen, weil das Relief gegen die Eisfliessrichtung nach Süden hin ansteigt. Als letztes Glied der Glazialen Serie hinter den Sandern, Staffeln der Endmoränen und der Grundmoränenlandschaft mit Zungenbecken nahmen die Urstromtäler die fluvioglazialen Schmelzwasser von den Sanderflächen auf. Beispiele sind das Glogau-Baruther Urstromtal, das Warschau-Berliner Urstromtal und das Thorn-Eberswalder Urstromtal. Die heutigen Flüsse verlaufen in Urstromtalabschnitten westwärts, aus denen sie nach Norden ausbrechen bis sie im nächst nördlicheren Urstromtal wieder ein Stück westwärts fliessen. So entstehen die für Elbe und Havel typischen Abbiegungen. |
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