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Theorie der geographischen Dimension

 
     
  geographische Dimension, in der Geographie, vor allem der Landschaftsökologie, wird streng massstabsbezogen gearbeitet, weil sich damit der Forschungsgegenstand genauer beschreiben lässt und vor allem weil die erarbeiteten Untersuchungsmethoden nur für bestimmte Dimensionsbereiche gelten. Dies basiert auf der Tatsache, dass die verschiedenen ökologische Prozesse der Erde ganz unterschiedliche Reichweiten und Wirkungsgrade haben. Dadurch treten sie unterschiedlich physiognomisch in der Landschaftshülle der Erde auf und führen so zu strukturell und funktional unterschiedlichsten Räumen (Tab.). Das wichtigste Prinzip zur Gliederung der geographischen Dimensionen ist die Betrachtungsgrössenordnung. Diese bestimmt die räumliche Auflösung der Untersuchung und wird wesentlich geprägt durch die jeweilige zugrunde liegende Fragestellung. Basierend auf diesen Erkenntnissen besagt die Theorie der geographischen Dimensionen, a)dass die landschaftlichen Ökosysteme der Erde hierarchisch geordnet sind (Dimensionen landschaftlicher Ökosysteme), b)dass die in der jeweilige Hierarchiestufe ablaufenden ökologischen Prozesse, ihre Funktionsbeziehungen, Reichweiten und ihre Dynamik mit der Dimensionsstufe angepassten Methodiken untersucht werden müssen (Dimension naturräumlicher Einheiten) und c)dass die Hierarchiestufen funktional zueinander in Beziehungen stehen. Die Theorie der geographischen Dimensionen versucht somit zwischen der Gesamterde einschliesslich Atmosphäre auf der einen Seite und den kleinräumigen ökologischen Geschehen in einer Quellmulde oder auf einem Hangsegment auf der anderen Seite eine Beziehung herzustellen. Ihr liegt die Überlegung zugrunde, dass zwischen den kleinräumig-topischen ökologischen Prozessen und dem ökologischen Gesamtgeschehen auf der Erde eine Beziehung besteht. Sie drückt sich gegenwärtig in den anthropogenen Veränderungen der Erdatmosphäre oder der Ozeane aus, deren Auslöser von einer Vielzahl kleinräumiger, topischer bis chorischer Eingriffe in den Landschaftshaushalt der Erde repräsentiert wird. Diese Eingriffe erfolgen zwar oft nur an einem Faktor (Wasser oder Boden oder Vegetation), sie wirken sich aber auch bei den anderen aus und damit eben auch in anderen räumlichen Dimensionen. Ziel von landschaftsökologischen Untersuchungen ist es daher, die Funktionsbeziehungen innerhalb der einzelnen Dimensionsstufen (topische Dimension, chorische Dimension, regionische Dimension und geosphärische Dimension) herauszuarbeiten und das Gesamtwirkungsgefüge dieser Räume als Landschaftsökosysteme zu modellieren. Die Raumeinteilungen der Naturräumlichen Gliederung und der Naturräumlichen Ordnung sowie alle anderen dimensionsbezogen Methodiken der Landschaftsökologie bauen auf der Theorie der geographischen Dimensionen auf. Literatur: [1] Leser, H. (1997): Landschaftsökologie. Stuttgart. [2] Leser, H. (1994) (Hrsg.): Westermann Lexikon Ökologie und Umweltschutz.

Theorie der geographischen DimensionTheorie der geographischen Dimensionen (Tab.): Dimensionsstufen, Areal- und Funktionseinheiten sowie die jeweiligen Untersuchungsmethodiken.
 
 

 

 

 
 
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