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Staumauer

 
     
  gehört zu den Absperrbauwerken zur Stauhaltung von Wasser (Talsperre) und wird in Massivbauweise aus Beton oder Stahlbeton ausgeführt. Staumauern kommen überall dort in Betracht, wo kein geeignetes Dammschüttungsmaterial zur Verfügung steht und Morphologie und Geologie einen Mauerbau zulassen. Staumauern werden i.d.R. an einer Engstelle eines Talquerschnitts errichtet. Aufgrund ihrer hohen Anforderung an den Untergrund sind sie verhältnismässig selten in Mittelgebirgen anzutreffen. Die Staumauer sollte auf gesundem Fels gegründet werden, welcher beim Freilegen schonend mit Druckwasser bzw. Druckluft zu reinigen ist. Mauer und geologischer Untergrund bilden ein System, deren Wechselwirkungen sowie deren wechselseitige Verformung beachtet werden müssen. Es werden dabei folgende Arten unterschieden: a) Gewichtsstaumauer, deren Standfestigkeit aus dem hohen Eigengewicht herrührt. Der Querschnitt ist in den meisten Fällen dreieckig, wobei die Wasserseite fast senkrecht ausgebildet ist, während die luftseitige Böschung eine Neigung zu 1:0,65 bis 1:0,8 aufweist. Konstruktionsbedingt erfordert die Gewichtsstaumauer den grössten Aufwand an Beton. b) Bogenstaumauer, bei der die aus dem Wasserdruck resultierenden Kräfte infolge der Gewölbewirkung der Talsperre auf die Talflanken und je nach Ausführungsart zum geringen Teil auch auf den Untergrund übertragen werden. Wegen ihrer besonderen Konstruktion erfordern Bogenstaumauern den geringsten Aufwand an Beton. Sie sind allerdings nur in verhältnismässig engen Tälern ausführbar. Da die Talflanken den Staudruck aufnehmen müssen, kommt den geologischen Verhältnissen und dem Anschluss an den Fels eine besondere Bedeutung zu. Um die erforderliche Dichtigkeit des Untergrundes zu erreichen, sind häufig Injektionen erforderlich. Kuppelstaumauern sind doppelt gekrümmte Bogenstaumauern mit unterschiedlichen Radien und Öffnungswinkeln in allen Horizontalschnitten. Die Bogengewichtsstaumauer stellt eine Kombination von Gewichts- und Bogenstaumauer dar. c) Aufgelöste Staumauer (Pfeilerstaumauer), die aus einer geneigten Stauwand besteht und Pfeilern, die den auf der Stauwand lastenden Wasserdruck auf den Untergrund übertragen. Die Stauwand kann aus einzelnen ebenen Platten, Gewölben oder Kuppeln gebildet werden. Dem Vorteil einer erheblichen Massenersparnis und einer guten Zugänglichkeit aller Anlagenteile steht als Nachteil ein wegen der umfangreichen Schalungsarbeiten erhöhter Bauaufwand gegenüber.


Die Wahl des geeigneten Talsperrentyps hängt in erster Linie von den örtlichen Verhältnissen ab. Dazu gehören neben der Talform an der vorgesehenen Sperrstelle vor allem auch die Festigkeit des Untergrundes.
 
 

 

 

 
 
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