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Sprengvortrieb

 
     
  Tunnelvortrieb mittels Sprengung. Dabei lösen sich folgende Arbeitsphasen ab: Bohren der mit Sprengstoff zu beladenden Löcher, Laden und Sprengen, Absaugen von Staub und Verbrennungsgasen bzw. Zufuhr von Frischluft (Bewettern), Abklopfen (Abläuten) und erste Sicherungsarbeiten, Aufnahme und Abtransport des abgesprengten Haufwerks (Schuttern), Einbringen des Verbaus. Die Schüsse (Einzelsprengungen) erfolgen in den Bohrlöchern einzeln bzw. gruppenweise nacheinander innerhalb von Sekundenbruchteilen (Millisekundensprengen). Wichtig für eine erfolgreiche Sprengung ist eine günstige Anordnung und Zündfolge der einzelnen Bohrlöcher (Bohrbild). Jeder einzelne Schuss muss so angeordnet sein, dass er für den Folgeschuss die Gesteinsverspannung verringert und einen Auswurf von Material (Einbruch) bewirkt. Man unterscheidet zwei Gruppen von Einbruchsarten. Beim Paralleleinbruch wirken die zuerst gezündeten Schüsse auf den Hohlraum von nicht geladenen Bohrlöchern (Ausdehnungslöcher). Später gezündete, schräg nach innen angesetzte Schussgruppen werfen das gesprengte Material heraus. Beim Schrägeinbruch sind die Bohrlöcher unter einem Winkel zur Vortriebsrichtung, zur vorhandenen freien Fläche oder zur Lösefläche im Gestein angeordnet. So werden beim hierzu zählenden Kegeleinbruch (Deutscher Einbruch) die Bohrlöcher auf der freien Fläche kreisförmig angeordnet. Das bei der Sprengung gelöste Material wird in den Stollen geworfen. Die Erweiterung des Einbruches erfolgt durch Folgeschüsse (Helferschüsse, Kranzschüsse, Eck- und Randschüsse). Die Anzahl der Bohrlöcher, ihre Anordnung und die Abschlagtiefe hängen stark von geologischen Faktoren wie Gebirgsfestigkeit, den vorliegenden Kluftlagen, Kluftöffnung und Klufthäufigkeit (Zerklüftungsgrad) ab. Die Mechanisierung des Bohrens ermöglicht allerdings selten eine echte Anpassung des Bohrschemas an das Gebirge. Die Abschlagtiefen (Vortriebsstrecke pro Sprengung) liegen in standfestem Gebirge in der Regel bei 2-3 m. Mit steigenden Abschlagtiefen nimmt der Sprengstoffverbrauch und die Gebirgszerrüttung rasch zu.  
 

 

 

 
 
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