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Sanson

 
     
  Nicolas d.Ä. (I.), französischer Ingenieur, königlicher Geograph (géographe de roi) und Kartograph, * 20.12.1600 Abbeville (Picardie), † 7.7.1667 Paris. Seit 1627 in Paris ansässig, legte er dem führenden Pariser Kartenverleger Melchior Tavernier (1564-1641) seine Geschichtskarte »Galliae antiquae descriptio geographica« vor. Dieser gab daraufhin seine Karten heraus, so 1632 »Carte Géographique des Postes qui traversent la France«, eine Flusskarte von Frankreich (1634), Geschichtskarten vom antiken Griechenland (1636) und dem Römischen Reich (1637). Von 1635-1639 als Militäringenieur in der Picardie tätig, folgten von 1640-43 moderne und geschichtliche Länderkarten von Italien, Spanien, Deutschland, England und Frankreich. Nach dem Übergang des Verlages von Tavernier 1644 an P. Mariette (1603-1657) intensivierte sich die Zusammenarbeit. Sanson bearbeitete zu den Länderübersichtskarten jeweils Regionalkarten (1654-56, zusammen 97 Blätter) für einen Atlas. Das erste Titelblatt von 1658 »Cartes générales de toutes les parties du monde« weist 113 Karten aus. In der Folge wird dieser erste französische Weltatlas mit 6 Ausgaben von 1665 bis 1676 erweitert zum »Cartes générales de la géographie ancienne et nouvelle«. Daneben publizierte Sanson eigene Werke, so die didaktisch ausgerichteten 40 »Tables géographiques« (1644/45), vier kleinformatige Werke der Erdteile: »Europe« 1648, »L’Asie« 1652, »L’Afrique« 1656 und »L’Amérique« 1657 sowie drei Regionalatlanten französischer Landschaften (Picardie, Champagne und Lorraine 1656-58). Sanson schuf ca. 350 meist grossformatige Karten, darunter über 100 von Frankreich, meist 1:234.000 mit administrativen oder kirchlichen Verwaltungsgrenzen. Seine Söhne Nicolas II. d.J. (1626-1648), Guillaume (1633-1703) und Adrien (+1708) sowie seine Enkel führten die kartographischen Arbeiten fort und beherrschten mit ihren Karten den französischen Markt. Guillaume unterhielt als »géographe de roi« ein Büro im Louvre, wechselte 1677 zum Verleger A.H. Jaillot (1632-1712) und gab 1681 selbst die »Introductions … la géographie« heraus. 1692 gingen 180 Kupferplatten, der Kartenvorrat und die Bibliothek an den Neffen Pierre Moullart-Sanson über, der den Atlas mit den inzwischen weitgehend veralteten Karten 1692 neu herausgab. Unter weiterem Besitzerwechsel wurden die Karten noch bis Ende des 18. Jh. vertrieben.  
 

 

 

 
 
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