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Raumvorstellung

 
     
  auf der Grundlage der menschlichen Wahrnehmung und des Begriffs der Umweltwahrnehmung eine elementare Fähigkeit des Menschen zur gedanklichen Repräsentation von räumlichen Strukturen. Im Rahmen der stetigen Beziehung des menschlichen Organismus zur räumlichen Umgebung werden dabei Zustände und Relationen von Gegenständen und Sachverhalten im Raum gedanklich abgebildet. Der Stellenwert von Raumvorstellungen für georäumliche Erkenntnisprozesse zeigt sich in den zunehmenden Bedürfnissen und Anforderungen des Menschen, raumbezogenes Wissen durch Geodaten oder durch graphische Analogien in kartographischen Medien abzubilden. Die Nutzung dieser Daten und Medien, beispielsweise in Umweltinformationssystemen, soll in der Regel zu umfassenderen und differenzierteren Raumvorstellungen führen. In der Wahrnehmungs- und Entwicklungspsychologie sowie in der kognitiven Psychologie wird die Aneignung von Raumvorstellungen als Prozess des konstruktiven Lernens aufgefasst. So verarbeitet der Mensch, abhängig von seiner Entwicklungsstufe, unterschiedliche Relationen des Raumes bzw. unterschiedlich differenzierte Sichten auf den Raum. Mit Hilfe von elementaren topologischen Relationen wird der wahrgenommene oder vorzustellende Raum beispielsweise im Hinblick auf Nachbarschaften, Trennungen, Reihenfolgen, Umgebensein und Kontinuitäten von räumlichen Objekten gegliedert. Auf einer höheren Ebene ermöglichen projektive Relationen dem Menschen dagegen - die gedankliche Verfügbarkeit des Systems der Perspektive vorausgesetzt - die Vorstellung unterschiedlicher Ansichten des Raumes. Hieraus ergibt sich auch die Fähigkeit zur Vorstellung des Raumes auf der Grundlage von kartographischen Objekten, die grundsätzlich mit unterschiedlicher geometrischer Dimension als punkt-, linien-, flächen- oder oberflächenhafte Objekte abgebildet werden. Die differenzierteste Vorstellung des Raumes erfolgt mit Hilfe euklidischer Relationen, durch die der Raum aufgrund von gedanklich verfügbaren Masssystemen quantitativ, beispielsweise durch Distanzrelationen, gegliedert werden kann. Auf der Grundlage der Begriffe Raumwahrnehmung und Raumvorstellung wird in der empirischen Kartographie das Modell des kartographischen Wahrnehmungsraumes entwickelt und beispielsweise zum nutzungsorientierten Aufbau von kartographischen Medien und zur Entwicklung von Umweltinformationssystemen eingesetzt (Abb.).

RaumvorstellungRaumvorstellung: Konkretisierung der Informationen.
 
 

 

 

 
 
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