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Planungsinformationssystem

 
     
  PLIS, in der Raumplanung und verwandten Arbeitsbereichen verwendetes System, das mit Hilfe von DV-Werkzeugen die Gewinnung, die Speicherung, die Organisation, die Analyse und Verarbeitung, die kartographische Darstellung oder den Abruf und Austausch von Planungsinformationen ermöglicht. Unter dem Begriff des Planungsinformationssystems wird in der Regel ein Softwarewerkzeug verstanden, das in Form eines Geoinformationssystems zur Analyse von raumbezogenen Planungsinformationen, deren Weiterverarbeitung und kartographischen Darstellung eingesetzt wird. Auf der Basis von Bestandskarten in Form von digitalen Karten können mit Hilfe der jeweiligen Funktionalitäten des Planungsinformationssystems die planerische Ausgangssituation inhaltlich und räumlich analysiert sowie Möglichkeiten und Erfordernisse der weiteren Entwicklung abgeleitet werden. Eine weitere, weniger gängige Begriffsbestimmung fasst das Planungsinformationssystem als Daten- und Kartensammlung auf, das über Internet- oder Intranet-Netzwerke eine Abfrage oder Recherche von Planungsinformationen ermöglicht. Planungsinformationssysteme in diesem Sinne beinhalten aufbereitete planungsrelevante Informationen in Form von Karten, Tabellen, Texten und Grafiken, die zur Information des Nutzers dienen und von diesem in der Regel nicht unmittelbar weiterverarbeitet werden können. Sie werden für die verwaltungsinterne Informationsvermittlung und die Bürgerbeteiligung verwendet. Mit der Entwicklung der graphischen Datenverarbeitung in der Kartographie und der verstärkten Integration quantitativer Methoden in der Raumplanung wurden seit den 1970er Jahren erste eigenständige Planungsinformationssysteme in der institutionellen Raumplanung realisiert. Eine schnellere Kartenherstellung und somit ein unmittelbarer Bezug zu den erforderlichen raumbezogenen Informationen, schnellere Bearbeitungs- und vielfältigere Analysemöglichkeiten von Information sowie die Verwendbarkeit auch komplexer statistischer Verfahren waren die Hauptziele dieser Entwicklung. Konzeptionelle Mängel bei der Abschätzung der Nutzbarkeit der neuen Technologie, komplexe Technik und unzureichende Zugänglichkeit zu Planungsinformationen für externe Planungsbeteiligte bei gleichzeitig hohem finanziellen und personellen Einsatz führten aber zu einem Rückzug der öffentlichen Planungsträger aus der Entwicklung von Planungsinformationssystemen. Heutige Entwicklungen werden in der Regel von planungsexternen Firmen in Zusammenarbeit mit den Planungsinstitutionen realisiert. Dadurch ist eine Anpassung auf die individuelle Kommunikationssituation und das Informationsbedürfnis jedes einzelnen Planungsträgers möglich. Als Basis für Entwicklungen wird dabei häufig ein marktgängiges Geoinformationssystem verwendet, das dann durch planungsspezifische Module zum Planungsinformationssystem erweitert wird. Die Kombination von Planungsinformationssystemen mit Expertensystemen ermöglicht überdies eine verstärkte Integration von Planungsmethoden in Planungsinformationssysteme.  
 

 

 

 
 
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