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Löss

 
     
  helles, beiges, kalkhaltiges, schluffiges, äolisches ungeschichtetes Sediment. Es überwiegen Korngrössen zwischen 0,01 und 0,05 mm, Löss enthält aber normalerweise auch geringe Ton- und Feinsandanteile. In Mitteleuropa ist der Löss von pleistozänem Alter, er tritt jedoch auch als rezentes Sediment auf, z.B. in Asien. Seine mineralische Zusammensetzung variiert je nach Liefergebiet, er besteht im wesentlichen aus Quarz. In Mitteleuropa erreichen die Lössmächtigkeiten ca. 10 m bis maximal 40 m, in Asien auch über 100 m. In Mitteleuropa kommt der Löss in Leelagen an ostexponierten Hängen in mächtigeren Ablagerungen vor. Diese sind sehr kohäsiv, senkrecht gut geklüftet und durch ein hohe Standfestigkeit gekennzeichnet. Durch ehemalige Steppenvegetation entstanden feine Haarröhrchen, die heute zumeist mit Carbonat ausgefüllt sind. Eine Entkalkung durch kohlensäurehaltige Sickerwässer führt zur Bildung von Lösslehm. In tieferen Bereichen wird der Kalk oft in Form von Lösskindln wieder ausgefällt. Primärer Löss wurde nach seiner Anwehung nicht mehr verlagert, während sekundärer Löss entweder verschwemmt (Schwemmlöss) oder durch durch Solifluktion (Solifluktionslöss) umgelagert und in Schuttdecken eingemischt wurde. Bei der Umlagerung tritt oft auch eine Schichtung des Lösses ein. Wurde der Löss in auftauende ehemalige Eiskeile umgelagert, bilden sich Lösskeile. Liefergebiete sind generell vegetationsarme oder -freie Wärme- und Kältewüsten mit intensiver physikalischer Verwitterung und Lockersedimenten. Der Löss wurde im Pleistozän besonders in den trocken-kalten Hochglazialen verlagert und aus trockenen oder vegetationsfreien Gebieten mit neu abgelagerten fluvioglazialen oder glazialen Sedimenten im Umfeld von Gletschern, z.B. aus Moränen und Sandern sowie aus periglazialen Schuttdecken und jahreszeitlich trockengefallenen Flussbetten, ausgeweht. In Mitteleuropa hat der Löss eine grosse Bedeutung für die Landwirtschaft, besonders in den Bördenlandschaften am Rande der deutschen Mittelgebirge. Er bildet ein ausgezeichnetes Substrat für die Bodenbildung aufgrund seiner guten bodenphysikalischen Eigenschaften, wie z.B. dem charakteristischen Korngrössenspektrum, der Porosität, dem Wasserhaltevermögen sowie der guten Durchlüftung. Lössböden sind tiefgründig, gut drainiert, leicht zu bearbeiten und ergeben sehr gute Ernten. Gestapelte Ablagerungen aus mehreren Kaltzeiten können wichtige Informationen zur Quartärstratigraphie liefern (Lössstratigraphie). Pleistozäne Lössablagerungen sind häufig durch interglaziale bzw. interstadiale Paläoböden gegliedert, durch die verschiedene Lössprofile miteinander parallelisiert werden können. Eiszeit.  
 

 

 

 
 
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