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Delta

 
     
  im Grundriss fächerartige, dreieckige, zerlappte bis fingerförmige Ablagerungen fluvialer Sedimente im Bereich einer Flussmündung. In der Form einem Schwemmfächer vergleichbar, wird ein Delta indessen in ein mehr oder weniger stehendes Gewässer (Meer oder See) hinein abgesetzt, entweder als Vorbau in das offene Gewässer oder in einer Bucht liegend und die Uferlinie zurückdrängend (Brackwasser). Zur Entstehung eines Deltas kommt es durch den Verlust der Schleppkraft eines Flusses beim Einmünden in ein Gewässer. Da sich hierbei zunächst die gröberen Sedimente absetzen, meer- bzw. seewärts zunehmend die feineren Sedimente, besteht die idealtypische Sedimentabfolge in einem Delta (Abb. 1) von seiner Basis aus gesehen aus: a) den bottom-set-beds, flachlagernde Feinstsedimente, Tone und Schluffe des am weitesten meerwärts reichenden Deltafusses (Prodelta), b) den fore-set-beds, feine Sedimente, Schluffe und Sande der Deltafront, die mit 5º bis 25º Gefälle deutlich geböscht sind und c) den nahezu horizontallagernden top-set-beds, gröbere Sedimente, Sande, möglicherweise Kiese der Deltaebene, auch Deltaplattform genannt. Letztere stellt die rezente Oberfläche des Deltas dar, an deren Ausformung überwiegend fluviale Prozesse beteiligt sind. Auf der Deltaebene kommt es infolge starker Gefällsverminderung meist zur Aufspaltung des Mündungsflusses in eine Anzahl von kleineren Mündungsarmen (Deltaarme). Das Wachstum des infolge Sortierungs- und Umlagerungsprozesse insgesamt sehr differenziert aufgebauten Deltas wird durch schwach ausgebildete Meeresströmungen, Gezeiten und Wellen, einen breiten, flach abfallenden Schelf sowie eine kontinuierliche und hohe Sedimentationsrate eines strömungsreichen Mündungsflusses begünstigt. Diese Faktoren sind es auch, die letztlich die Grundrissform (Abb. 2) des jeweiligen Deltas bestimmen (Ästuardelta, Bogendelta, Fingerdelta, Flügeldelta, Spitzdelta, wellendominiertes Delta).

DeltaDelta 1: Mündungsbereich eines Flusses in ein Meer oder einen See.

DeltaDelta 2: Deltatypen. a) Spitzdelta (Bsp. Tiber), b) Flügeldelta (Bsp. Ebro), c) Fingerdelta (Bsp. Mississippi), d) Bogendelta (Bsp.
Niger), e) Ästuardelta (Bsp. Rhein-Maas-Delta vor seiner anthropogenen Veränderung).
 
 

 

 

 
 
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