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Bohrlochgeophysik

 
     
  Anwendung geophysikalischer Messverfahren in Bohrungen (Bohrlochmessung). Bohrlochgeophysikalische Messungen ermöglichen eine nahezu kontinuierliche Ermittlung verschiedener physikalischer, chemischer und hydraulischer Parameter in der direkten Umgebung des Bohrloches. Aus den in Abhängigkeit von der Messtiefe im Bohrloch gewonnenen Daten, den sog. Logs, lassen sich je nach Art und Umfang des Messprogrammes eine Fülle von geologischen, petrophysikalischen und hydrogeologischen Informationen zu den durchteuften Schichten ableiten. Die erste Bohrlochmessung wurde 1927 von den Gebrüdern Schlumberger in einer Erdölbohrung in Pechelbronn (Elsass) durchgeführt. Zur Anwendung kam hier eine elektrische Widerstandsmessung. Die aufgezeichneten Widerstandswerte konnten mit der durchteuften Schichtenfolge in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht und die Lithologie hieraus rekonstruiert werden. Insofern benannten die Gebrüder Schlumberger ihr neues Verfahren "elektrisches Kernen". Aus dieser ersten Widerstandsmessung entwickelten sich im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte aufwendige Messverfahren (akustische Bohrlochmessung, elektrische Bohrlochmessung, kernphysikalische Bohrlochmessung), die es erlauben, physikalische Eigenschaften wie Dichte, Porosität, Radioaktivität, elektrischer Widerstand und akustische Eigenschaften der Formation zu bestimmen. Allen Methoden ist gemeinsam, dass über eine Messsonde, die über ein Kabel mit einer Registrierstation verbunden ist, Daten aufgenommen werden. Die beim Betrieb der Sonde im Bohrloch gewonnenen Messwerte werden über das Kabel zum Messwagen geleitet, in dem das erste Datenprocessing und die Datenspeicherung stattfinden. Die Messungen erfolgen i.d.R. beim Ziehen der Sonde (Ausnahme Temperatur-Log) mit einer Geschwindigkeit im 10er Meterbereich pro Minute. In der Regel wird alle 15 cm ein Messpunkt erfasst. Ausnahmen bilden die hochauflösenden Image-Logs, die mit Registrierabständen im Millimeterbereich operieren. Bohrlochgeophysikalische Verfahren werden in erster Linie zur Prospektion und Exploration von Erdöl- und Erdgasvorkommen eingesetzt. Weitere Anwendungsfelder finden sich im Bereich der Lagerstättenkunde für mineralische Rohstoffe, der Ingenieur- und Hydrogeologie und der Geothermie. Auch in Bohrungen mit allein wissenschaftlichem Hintergrund gehören bohrlochgeophysikalische Messungen zum Standarduntersuchungsprogramm. Die wichtigsten Anwendungsfelder der Bohrlochgeophysik sind in der Tabelle aufgezeichnet.

BohrlochgeophysikBohrlochgeophysik (Tab.): Tabelle zu den Anwendungsgebieten bohrlochgeophysikalischer Messverfahren.
 
 

 

 

 
 
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