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Zirkel

 
     
  Ferdinand, deutscher Mineraloge, * 20.5.1838 Bonn, † 11.6.1912 Bonn; studierte Bergwissenschaft und Mineralogie in Bonn und Wien. Mit den geologischen und mineralogischen Forschungsergebnissen, die er 1859/60 während einer Reise nach Island, den Faröern, Schottland und England sammelte, promovierte Zirkel 1861 in Bonn. Im selben Jahr ging er nach Wien, um im Hof-Mineralienkabinett und in der geologischen Reichsanstalt Untersuchungsmaterial zu sichten und zu studieren. 1863 wurde er ausserordentlicher Professor in Lemberg, von wo aus er weitere Studienreisen nach Frankreich, in die Pyrenäen, nach Schottland und Italien unternahm. 1865 wurde er in Lemberg zum Ordinarius ernannt. 1868 folgte er dem Ruf an die Universität Kiel, aber schon zwei Jahre später wurde er als Nachfolger von K. F. Naumann zum ordentlichen Professor an die Universität Leipzig berufen, wo er bis zu seiner Pensionierung 1909 tätig war. Gleichzeitig war er mit der Leitung des Mineralogischen Museums in der Stadt betraut. 1883 wurde Zirkel zum Geheimen Bergrat ernannt. Einen weiteren längeren Forschungsaufenthalt unternahm Zirkel 1894/95, der ihn nach Ceylon und Indien führte.


Zirkels besonderer Verdienst ist die Einführung der mikroskopischen Gesteinsuntersuchung mittels Dünnschliffen in Deutschland. Zirkel selbst wurde in jungen Jahren von dem Briten H. C. Sorby, dem er bei einer Tour als Begleiter an die Seite gestellt wurde, auf die Technik hingewiesen. Einmal von der Idee begeistert, besuchte er Sorby in England, wo er von ihm in die Technik eingeführt wurde und seine Labors besichtigen konnte.


Zirkel schrieb das zweibändige „Lehrbuch der Petrographie” (1866, ab der 2. Auflage 3 Bd. 1893-95). Seine „Untersuchung über die mikroskopische Zusammensetzung und Struktur des Basaltgesteins” (1869) ist ein Pionierwerk der Dünnschliffmikroskopie. Auch „Die mikroskopische Beschaffenheit der Mineralien und Gesteine” (1873) und „Über die Urausscheidungen rheinischer Basalte” (1903) sind wegweisende Werke. Daneben beschäftigte er sich mit der Untersuchung von Granit und Porphyrgesteinen. Verdienstvoll war auch die Fortführung des von Naumann begonnenen „Lehrbuches der Mineralogie”, welches er von der 10. bis zur 15. Auflage herausgab.


Zirkel erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford und war Mitglied in mehreren Akademien der Wissenschaften.
 
 

 

 

 
 
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