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Trinkwasserstollen

 
     
  Grundwasserfassung durch Stollen. Sie sind wegen ihrer Tiefenlage meist weniger anfällig gegen Niederschlagsschwankungen als Quellfassungen. Wasserwirtschaftlich haben sie den Vorteil, dass durch Abschottung von Stollenabschnitten die Möglichkeit besteht, das zusitzende Grundwasser im Stollen selbst und im angrenzenden Gebirge zu speichern und bei erhöhtem Bedarf die so gebildeten Reserven zu nutzen. Die Gewinnung von Trinkwasser aus Stollenanlagen ist eine sehr traditionsreiche Methode, die zu den ältesten Techniken der Wassergewinnung überhaupt zählt. So zeigen bis zu 4000 Jahre alte Stollenanlagen, sogenannte Kanate, im persischen Raum bereits weitgehend denselben Aufbau wie neu aufgefahrene Anlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie gehören dabei mit bis zu 40 km Länge auch heute noch zu den längsten Tunnelbauten in der Menschheitsgeschichte. Auf den Kanarischen Inseln sind viele Hunderte sogenannter Galerias bekannt, die die regenreichen Vulkangebirge entwässern und das Wasser den Siedlungen und Feldern im Tal zuführen. Allein auf Teneriffa sind weit über 1000 Kilometer derartiger Galerias bekannt, von denen ein Grossteil auch heute noch genutzt wird. Auch in Deutschland wurden zahlreiche Wasserstollen gebaut. So existieren eine ganze Reihe von Stollen-Bauwerken zur Wasserversorgung in nordöstlichen Bayern sowie im angrenzenden Egerland. Die grösste derartige Anlage ist mit 934 m Länge der 1857 bis 1859 aufgefahrene Saaser Stollen in Bayreuth, der auch heute noch massgeblich zur Trinkwasserversorgung der Stadt beiträgt. Einen weiteren regionalen Schwerpunkt stellt das Rheingaugebirge um Wiesbaden dar, wo bereits Ende des letzten Jahrhunderts die Wasserhöffigkeit der zerklüfteten, steilstehenden Taunusquarzite erkannt wurde. In der Folgezeit wurden sowohl in Wiesbaden selbst als auch in der weiteren Umgebung (Bad Homburg, Rüdesheim, Oberursel etc.) zahlreiche Wasserstollen vorgetrieben. Dabei ist die Schüttungsmenge einzelner Anlagen beträchtlich, so beträgt sie in den vier von der Stadt Wiesbaden betriebenen Stollenanlagen ca. 4,5 Millionen Kubikmeter im Jahr.  
 

 

 

 
 
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