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Schlacke

 
     
  1) Geologie: pyroklastisches Fragment, das aus mehr oder weniger blasiger, SiO2-armer Lava aufgebaut ist und vor allem bei strombolianischer Eruptionstätigkeit (Vulkanismus) entsteht. 2) Technik: im allgemeinen geschmolzene Rückstände aus Schmelzvorgängen. Im Zusammenhang mit Schadstoffen können dies Hochofenschlacken, Stahlwerksschlacken, Kraftwerksschlacken (Schmelzkammergranulat) oder Nichteisenmetallschlacken sein. Auch Rostaschen aus Müllverbrennungsanlagen und Rückstände aus Sonderabfallbehandlungsanlagen (Drehrohr-, Wirbelschichtöfen) werden als Schlacken bezeichnet. Schlacken werden aufgrund ihrer mechanischen und chemischen Eigenschaften nach Möglichkeit weiterverwertet. Die bei der Metallherstellung bzw. -verarbeitung entstehenden Schlacken können Schwermetalle und Cyanide enthalten. Kraftwerksschlacken sind je nach verbranntem Ausgangsstoff mehr oder weniger schwermetallhaltig. Sowohl Kraftwerks- als auch Hochofenschlacken sind jedoch weitgehend inert,


d.h. die in ihnen enthaltenen Schadstoffe sind durch die glasartige Struktur des Granulats in der Regel nicht mehr mobil und können auch keine Reaktionen mit dem umgebenden Material eingehen. Zur Überprüfung des Auslaugverhaltens wird das zur Verwertung anstehende Material einer Eluatanalyse unterzogen. Einsatzgebiete der Kraftwerks- und Hochofenschlacken sind hauptsächlich der Strassenbau und die Baustoffindustrie (Hochofenzement, Hüttenbims, Hüttenkalk).


Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen enthalten ca. 10% Eisenschrott, die elektromagnetisch entfernt und in Hochöfen verwertet werden. Die restliche Schlacke muss von löslichen, zum Teil schwermetallhaltigen Salzen gereinigt werden. Oft wird auch der für Schadstoffauswaschung anfälligere Feinkornanteil entfernt. Die übrigbleibende grobkörnige Schlacke kann z.B. im Strassenbau eingesetzt werden. Die bei der Sonderabfallbehandlung anfallenden Schlacken weisen je nach Herkunft des Sonderabfalls eine unterschiedliche Zusammensetzung auf. Sie werden ebenfalls einer Eluatanalyse unterzogen. Nur bei vollständiger Inertisierung werden sie verwertet, andernfalls oberoder untertägig deponiert. Teilweise werden spezielle Monodeponien für Schlacken betrieben. Ein besonderes Problem sind oft die in Altablagerungen anzutreffenden Schlacken. Sie weisen häufig hohe Gehalte an PAK und Schwermetallen auf.
 
 

 

 

 
 
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