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Obsidian-Hydrations-Datierung

 
     
  eine chemische Altersbestimmung, die auf der Dickenmessung von zeitabhängig anwachsenden Verwitterungsrinden auf Obsidian beruht. Bei der Hydration von Glas (Gesteinsglas) wird unter Bildung von Perlit Wasser bei gleichzeitiger Abfuhr von Alkali-Elementen in das Silicatgerüst eingelagert. Die Wachstumsrate der sich ausbildenden Hydrationsrinde ist vom Chemismus des Obsidians und der Umgebungstemperatur bestimmt. Für die Datierung wird die Rindendicke am Anschliff mikroskopisch oder mit Kernresonanzspektrometrie vermessen, zudem ist die chemische Zusammensetzung der Probe und die Umgebungstemperatur (Jahresmittel) zu ermitteln.


Unsicherheiten der Methode bestehen im wesentlichen in der Abschätzung der Verwitterungseffekte im Boden und in der Rekonstruktion der Temperaturgeschichte. Als Material eignen sich neben Obsidian auch künstliche Gläser und Artefakte. Es sind relative Altersabfolgen sowie bei Kalibration mit unabhängigen Datierungen oder bei experimenteller Bestimmung der Lagerungstemperatur auch Altersdaten in einem Bereich zwischen wenigen hundert Jahren und einer Million Jahre möglich. Die Datierobergrenze wird durch die maximal erreichbare Rindendichte von etwa 50 μm vorgegeben, da sich dickere Rinden in Abhängigkeit von anderen Verwitterungsvorgängen von der Probe ablösen können.
 
 

 

 

 
 
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