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Luftbildmesskamera

 
     
  photogrammetrische Messkamera zur Aufnahme von Luftbildern. Eine Luftbildmesskamera besteht aus den Hauptbauteilen Kamerakörper, Kassette und Kameraaufhängung. Der Kamerakörper verbindet das Hochleistungsobjektiv der Kamera starr mit dem die Bildebene definierenden Anlegerahmen, um eine Invarianz der inneren Orientierung der Kamera zu sichern. Der in der Nähe der Blendenebene des Objektivs angeordnete Zentralverschluss ermöglicht eine synchrone Belichtung des gesamten Bildes (Zentralprojektion) bei einer Auslösung mit konstanter Zugriffszeit. Der Kamerakörper ist auswechselbar, um Objektive unterschiedlichen Bildwinkels (Brennweite) für die Bildaufnahme nutzen zu können. In der Ebene des Anlegerahmens befinden sich vier oder acht Rahmenmarken in den Bildseitenmitten bzw. -ecken zur Definition des Bildkoordinatensystems (Bildkoordinaten) und zur Erfassung der systematischen Filmdeformation. Das quadratische Bildformat hat im allgemeinen eine Grösse von 23×23 cm. Auf das Aufnahmematerial kopierbare Nebenabbildungen dienen der Kennzeichnung der Bilder (Kamerakonstante, Bildnummer, Aufnahmeobjekt, Aufnahmezeit und Aufnahmedatum sowie ggf. Näherungswerte der äusseren Orientierung). In den aufsetzbaren Rollfilmkassetten befindet sich das photographische Aufnahmematerial. Die Kassette sichert den Transport und die Planlage des Films auf pneumatischem Weg durch Ansaugen an eine plangeschliffene Andruckplatte. Im Moment der Belichtung wird die Andruckplatte mit dem angesaugten Film an den Anlegerahmen gepresst. Eine Bildwanderungskompensation ist durch eine Bewegung von Andruckplatte und Film in der Bildebene mit entsprechender Geschwindigkeit während der Belichtung realisierbar. Die Kameraaufhängung dient der mechanischen Verbindung mit der Plattform, der azimutalen Orientierung der Kamera und der genäherten Vertikalstellung der Aufnahmeachse. Hierzu können kreiselstabilisierte Aufhängungen genutzt werden. Die Steuerung der Luftbildmesskamera zur Aufnahme gezielter Einzelbilder und Bildreihen mit vorgegebener Bildüberdeckung erfordert zusätzliche Vorrichtungen. Dazu gehören u.a. neben Navigationsteleskopen manuell zu bedienende Steuergeräte mit visueller Beobachtung der Relativbewegung des Bildflugzeuges gegenüber dem Gelände. In der Regel werden im Bildflugzeug GPS-Empfänger zur quasikontinuierlichen Raumkoordinaten-Bestimmung gegenüber einer GPS-Bodenstation durch differentielle Messung eingesetzt. Die Messungen bilden die Grundlage für die Navigation durch den Piloten, die Steuerung der Kamera und für die Bestimmung der Daten der äusseren Orientierung der aufgenommenen Bilder.  
 

 

 

 
 
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