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Lichenometrie

 
     
  eine relative Altersbestimmung, die auf dem Grössenwachstum von Flechten (Lichenes) beruht und für den Altersbereich bis 10.000 Jahre v.h. Daten mit einer Genauigkeit von 5-15% liefert. Die Methode wurde von Bechel 1950 eingeführt und eignet sich allgemein zur Bestimmung von Expositionsaltern von glazialen oder Ufersedimenten. In der Praxis findet die Lichenometrie für die Rekonstruktion der holozänen Deglaziationsgeschichte Anwendung. Voraussetzungen sind bekanntes Wachstumsverhalten der untersuchten Spezies, konstante Klima-und Standortfaktoren und ein unabhängiges Bezugsalter, mit dem eine Wachstumskurve für die jeweilige Lokalität erstellt werden kann. Gemessen werden die grössten, mittleren oder kleinsten Durchmesser von an einer Lokalität auffindbaren Flechtenthalli, wobei die Spezies Rhizocarpon geographicum sowie Rh. alpicola Verwendung finden. Die Wachstumsrate wird vom jährlichen Feuchteangebot, der Strahlungsexposition, dem Substrat (bevorzugt auf saurem Gestein), der lokalen Temperatur und der Schneebedeckung beeinflusst und verändert sich artabhängig mit dem Lebensalter. Unsicherheiten bestehen zudem über den Zeitpunkt der Erstbesiedelung (ca. 20-30 Jahre nach Ablagerung), die Inkorporation bereits bewachsener Blöcke in die untersuchte Abfolge sowie die Lagestabilität des Substrates.  
 

 

 

 
 
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