Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Lawine

 
     
  ruckhafter und rascher Abgang von Schnee- und Eismassen an Hängen mit Hangneigungen meist zwischen 20º und 50º und einem Versatzbetrag von über 50 m. Zur Lawinenentstehung kommt es durch eine Labilisierung der bereits geringe mechanische Festigkeit besitzenden Schneedecke infolge des Aufbaus von Zug-, Druck- und Scherspannungen, die aus dem Zusammenspiel zwischen den elastischen Eigenschaften des Schnees und der Topographie des Untergrunds resultieren. Grundsätzlich erhöht sich die Lawinengefahr durch das Zunehmen von Schneedeckenmächtigkeit (v.a. wenn sehr viel Schnee in kurzer Zeit fällt) und Hangneigung, wobei auch Schneeart und Schneeprofil, Temperaturverhältnisse, Winddrift, Untergrundbeschaffenheit, Witterungsänderungen (Umkristallisationen, Feuchtwerden) etc. wesentliche Einflussfaktoren sind. Die Standfestigkeit einer Schneedecke ergibt sich letztlich aus der Scherfestigkeit ihrer schwächsten Schicht, was ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die oberflächliche Begutachtung einer Schneeauflage nur unzureichende Aussagen über die Lawinengefahr erlaubt. Die vielfältigen Erscheinungsformen von Lawinen werden entsprechend übergeordneter Kriterien in Lawinenklassifikationen zusammengefasst. Es wird unterschieden zwischen Lawinenabgängen auf Gleithorizonten innerhalb der Schneedecke (Oberlawinen) oder unmittelbar auf dem Untergrund (Bodenlawinen, Grundlawine). Erfolgt der Abbruch linienförmig, wird von Festschneelawinen, bei punktförmigem Abbruch von Lockerschneelawinen gesprochen. Der Feuchtezustand des Schnees unterteilt Lawinen in Trockenschneelawinen und Nassschneelawinen, die Form der Lawinenbahn in Flächenlawinen und kanalisierte Runsenlawinen, die Art der Bewegung in durch die Luft wirbelnde Staublawinen und am Grund fliessende Gleitlawinen oder Fliesslawinen, die Länge der Lawinenbahn in ein Tal ausfliessende Tal- bzw. am Hangfuss zum Stehen kommende Hanglawinen und die Art des anbrechenden Materials in Schnee- und Eislawinen. Zuletzt wird in einer Lawinenklassifikation auch nach dem Auslösungsfaktor (intern oder im Falle von extern natürlich oder künstlich) sowie der Art des entstandenen Schadens in Katastrophen- oder Schadenlawinen und Touristen- oder Skifahrerlawinen (im freien Skigelände) unterschieden. Aus der Kombination der genannten Ordnungskriterien lassen sich Lawinen in ihren vielfältigen Entstehungsursachen und Ausbildungsformen typisieren.  
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
LAWA
 
Lawinenabgang
 
     

Weitere Begriffe : Forellenstein plinthic horizon Fachatlas

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum