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Kohlenkalk

 
     
  im wesentlichen unterkarbonische, durchgängig carbonatisch entwickelte, z.T. mehrere hundert Meter mächtige Flachwasserfazies Nordwesteuropas, die mit der traditionellen englischen Bezeichnung "carboniferous limestone" gleichzusetzen ist. Beginnend im höchsten Oberdevon (Strunium) und örtlich bis in das tiefe Namur reichend, entwickelte sich ein im Gebiet der Britischen Inseln, Nordfrankreichs, Belgiens und des westlichsten Deutschlands übertage aufgeschlossener Carbonatschelf zwischen Old-Red-Kontinent und dem Aussenrand des Rhenoherzynikums, der externen Zone der europäischen Varisziden. Im Untergrund lässt sich die Fortsetzung des Kohlenkalkschelfes bis nach Rügen und Pommern (Nordpolen) nachweisen, wo er Verbindung zur den ausgedehnten Plattformcarbonate der russischen Tafel hat. Der faziell durch Intraplattformbecken und Inseln stark differenzierte Schelf ist durch seinen Reichtum an diversen flachmarinen Organismengruppen (Brachiopoden, Korallen, Crinoiden, Foraminiferen, Kalkalgen) sowie der Entwicklung ausgedehnter tournaisischer mud mounds ("Waulsortian Mounds") charakterisiert. Umlagerungsprodukte werden vom Aussenrand des Schelfs als Calciturbidite in das benachbarte rhenoherzynische Tiefwasserbecken geschüttet, welches mit seiner Kulmfazies (Kulm) vollständig andere Lithologien und Organismenassoziationen aufweist. Dieser Dualismus zwischen Kohlenkalk und Kulm erschwert bis heute exakte stratigraphische Korrelationen.  
 

 

 

 
 
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