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Karren

 
     
  Schratten, Lösungsrinnen im Gestein, die durch Korrosion entstehen. Karren sind Kleinformen des Karstes, ihre Grössen liegen im Zentimeter- bis Meterbereich. Es werden drei Gruppen von Karrentypen unterschieden: a) Freie Karren sind auf dem nackten Gestein ausgebildet und werden oftmals von scharfkantigen Graten begrenzt. Ihre Entstehung beruht auf dem Einfluss des abfliessenden Regenwassers (Abb. 1). b) Halbfreie Karren sind von einer dünnen Humusschicht bedeckt, deren biogenes Kohlendioxid die Korrosion des Kalkgesteins fördert. Es entstehen Karrenformen mit unterhöhlten Seitenwänden. c) Bedeckte Karren entwickeln sich unter einer geschlossenen Bodendecke, sie weisen in der Regel abgerundete Formen auf. Zu den freien Karren gehören die First- bzw. Rillenkarren, auch Kannelierungen genannt. Es sind eng aneinanderliegende Lösungsrillen, die auf Flächen grösserer Neigung auftreten. Scharfkantige Grate grenzen die Rillen voneinander ab. Unter grösserem Wasserabfluss entstehen Rinnenkarren, bei denen die oberen Kanten von dem einfliessenden Wasser gerundet sein können. Mäanderkarren haben einen gewundenen Verlauf, sie entstehen auf Flächen mit geringem Gefälle. An Schichtfugen und Klüften können durch Lösung Schichtfugen- und Kluftkarren entstehen, die einen halben Meter Breite und mehrere Meter Tiefe erreichen. Ist das Kalkgestein von sich kreuzenden Klüften durchsetzt, können grosse Karrenfelder entstehen. Bei fortgesetzter Korrosion bilden sich an den Wänden der Kluftkarren Rillen- oder Rinnenkarren, die zu sogenannten Spitzkarren zusammenwachsen können. Zu den halbfreien Karren gehören die Kamenitsa, abflusslose Hohlformen mit oftmals überhängenden Seitenwänden. Mit humosem Material gefüllte Rinnenkarren werden zu Hohlkarren, wenn die durch das biogene Kohlendioxid geförderte Korrosion zur Unterhöhlung der Seitenwände führt. Korrosionshohlkehlen entstehen dort, wo humoser Boden an aufragende Kalksteinwände grenzt (Abb. 2). Häufige Formen der bedeckten Karren sind die Rundkarren, die sich unter einer geschlossenen Bodendecke entwickeln, deren gleichmässige Durchfeuchtung eine gleichförmige Korrosion an der Gesteinsoberfläche bewirkt. Ein Sonderfall der bedeckten Karren sind sogenannte geologische Orgeln: säulenartige Gesteinsformen, die vollständig in Bodenmaterial eingebettet und von boden- und sedimenterfüllten Kluftkarren und Schlotten umgeben sind. Die Entstehung von Karren ist nicht ausschliesslich auf verkarstungsfähige Gesteine beschränkt. Besonders in den Tropen und Subtropen haben sich grosse Rinnenkarren an unterschiedlichen Silicatgesteinen entwickelt. Diese werden als Pseudokarren bezeichnet oder sie werden mit gesteinskennzeichnenden Zusätzen,


z.B. Kristallinkarren, Granitkarren versehen.

KarrenKarren 1: Rillenkarren a) im Querschnitt, b) alternierendes Einsetzen an Grat in der Aufsicht, c) Ansicht der nach unten auslaufenden Rillen.

KarrenKarren 2: halbfreie Karren im Querschnitt; links: Hohlkarren, rechts: Korrosionshohlkehle (gestrichelte Linie = Ausgangsform der Karren, H = Humuspolster).
 
 

 

 

 
 
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