Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Einbettungsmethode

 
     
  Immersionsmethode, Verfahren zur Bestimmung von Mineralphasen und Gesteinen an Pulver- oder Streupräparaten sowie an ungedeckten Dünnschliffen. Für die Einbettungsmethode genügt ein winziger Splitter des zu untersuchenden Materials, der zwischen Objektträger und Deckglas eingebettet in verschiedene Einbettungsflüssigkeiten (Immersionsmedien, Immersionsflüssigkeit) unter dem Polarisationsmikroskop untersucht wird. Ein eingebetteter, völlig durchsichtiger, ungefärbter Festkörper wird bei Anwendung von monochromatischem Licht und optischer Isotropie des Festkörpers unsichtbar, wenn die Brechungsindizes von Festkörper nK und Einbettungsflüssigkeit nF gleich sind. Mit zunehmender Übereinstimmung der Brechungsindizes verschwinden Relief (Chagrin) und Korngrenzen. Wenn die Dispersionen von Flüssigkeit und Festkörper nicht sehr stark differieren und die optische Anisotropie des Festkörpers gering ist, lässt sich die gleiche Erscheinung auch im Tages- oder polychromatischen Glühlicht beobachten. Die Bestimmungsgenauigkeit liegt bei ±0,002, bei mässiger Präzision bei ±0,003, kann aber unter günstigen Bedingungen ±0,001 bis ±0,0005 erreichen. Die unterschiedliche Lichtbrechung eines Einzelkorns und der umgebenden Flüssigkeit macht sich unter dem Mikroskop durch die Stärke des Reliefs, Deutlichkeit der Konturen und bei Rauhigkeit der Kornoberfläche durch Chagrinierung kenntlich. Nach F. Becke und J.C.L. Schröder van der Kolk kann qualitativ entschieden werden, ob ein Korn oder die Einbettungsflüssigkeit den höheren oder niedrigeren Brechungsquotienten hat. Nach der Methode von Becke wird ein in eine Einbettungsflüssigkeit eingebettetes Korn scharf fokussiert, wofür stärkere Objektive notwendig sind. Beim Heben oder Senken des Tubus entsteht längs des Kornrandes ein heller Lichtsaum, die Beckesche Linie. Als Ursache der Beckeschen Lichtlinie ist ein Zusammenwirken von Brechung, Totalreflexion und Beugung an der Grenze Korn zu Einbettungsflüssigkeit anzusehen. Monochromatisches Licht, speziell der Natrium-D-Linie, ergibt exaktere Resultate als polychromatisches Licht. Die Methode nach Becke ergibt nicht immer eindeutige Resultate, v.a. wenn die Grenzfläche Korn/Einbettungsflüssigkeit nicht genügend steil zur Objektträgerfläche verläuft. Vor allem für linsenförmige oder rundliche Körner kann dann das von J.C.L. Schröder van der Kolk entwickelte Verfahren angewandt werden. Hierbei fokussiert man das zu bestimmende Korn scharf und führt eine Blende einseitig so weit in den Mikroskoptubus ein, dass das Gesichtsfeld des Mikroskops bis fast an das Korn heran vignettiert wird. Statt einer besonderen Blende kann man die Fassung des Tubusanalysators benutzen. Ist nK > nF, dann erscheint der Teil des Kornes heller, welcher von der Blende abgewandt ist, bei nK < nF ist es umgekehrt. Die Vorteile dieser Methode sind, dass man im scharf fokussierten Zustand des Objekts arbeiten kann und dass die Bedingung etwa in Durchstrahlungsrichtung verlaufender und scharfer Trennfläche zwischen Korn und Flüssigkeit nicht besteht. Besonders empfindliche Beobachtungsmethoden sind auch Grenz-Dunkelfeld und Phasenkontrast.  
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Einbereichsteilchen
 
Einbildauswertung
 
     

Weitere Begriffe : perennierende Quelle xenomorph scheinbarer Scherparameter

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum