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spontaneous potential, EP, SP, elektrisches Potential, das durch elektrochemische und elektrokinetische Vorgänge im Untergrund entsteht und das mit Hilfe von nicht polarisierbaren Sonden an der Erdoberfläche oder im Bohrloch gemessen werden kann (Eigenpotential-Verfahren). Entscheidend für das Auftreten einer starken SP-Anomalie ist entsprechend einer Theorie von Sato und Mooney (1960) das Vorhandensein eines verbundenen elektronischen Leiters (Erz- oder Graphitvorkommen), der zusammen mit einem vertikalen Redoxgradienten im Erdboben einen dipolartigen elektrischen Stromfluss bewirkt (Geobatterie). Im oberen Bereich des Störkörpers kommt es zu einer Anhäufung von Elektronen, der Ladungsausgleich erfolgt über die Anionen und Kationen des Umgebungsgesteins. Die stärksten natürlichen SP-Anomalien mit |USP| >1 V werden an sulfidischen Erzlagerstätten und insbesondere an Graphiten als Elektronenleiter beobachtet (Abb.). Die durch Strömungspotentiale hervorgerufenen SP-Anomalien sind dagegen meist um eine Grössenordnung geringer. Die Modellvorstellung der Geobatterie lässt sich auch auf die Verhältnisse z.B. in Deponien anwenden, wenn Salzlösungen unterschiedlicher Konzentration aneinandergrenzen (Eigenpotential-Verfahren). HBr
Eigenpotential: schematische Darstellung zur Entstehung eines Eigenpotentials (oben: gemessener Eigenpotential-Verlauf an der Erdoberfläche; links: Tiefenverlauf (z = Tiefe) des Redoxpotentials; rechts: Prinzip der Geobatterie). |
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