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Bauernregeln

 
     
  empirische Wetter- bzw. Witterungsregeln, meist in Reimform festgehalten, die aus
dem jahrhundertealten Erfahrungsschatz von in der Landwirtschaft tätigen Menschen stammen. Der
Begriff Bauernregel taucht erstmals 1505 auf. Vorläufer der Bauernregeln hat es bereits in der Antike
(Rom, Griechenland) gegeben, beispielsweise die aus dem 4. Jh.n.Chr. stammende altrömische
Regel "Winterstaub und Frühjahrsregen bringt, Camill, dir Erntesegen", die in der folgenden
deutschen Bauernregel ihre Parallele findet: "Märzenstaub und Aprilregen kommt dem Bauern sehr
gelegen" (wobei "Staub" als Synonym für trockene Witterung verwendet wird). Bauernregeln lassen
sich in folgende Kategorien unterteilen: a) Wetterregeln, die relativ kurzfristig (Stunden, Tage) aus
Himmelserscheinungen auf den weiteren Wetterverlauf zu schliessen versuchen; b) Witterungsregeln,
die aus dem vergangenen bzw. gegenwärtigen Wetter (sog. Lostage) für längere Zeit (Wochen)
Prognosen ableiten (z.B. Siebenschläfer); c) Witterungsregelfälle, die Erwartungen über die im
Jahresablauf mehr oder weniger regelmässig eintretende Witterung zum Ausdruck bringen; d) Tier-
und Pflanzenregeln, bei denen aus dortigen Phänomenen auf die künftige Witterung geschlossen
wird und e) Ernteregeln, die aus dem Witterungsablauf Folgerungen für den bevorstehenden
Ernteertrag ziehen. Gelegentlich taucht in diesem Zusammenhang auch der hundertjährige Kalender als Sammlung (irriger) Witterungsregeln auf.
Einige wenige Beispiele für die sehr zahlreichen Bauernregeln sind: "Morgenrot - Schlechtwetter
droht, Abendrot - Gutwetterbot" (Wetterregel). "Ist Dreikönigtag (6. Janurar) kein Winter, so kommt
auch keiner (d.h. strenger) mehr dahinter" (Witterungsregel, Lostag). "Vor Nachtfrost bist du sicher
nicht, bevor Sophie (15. Mai) vorüber ist" (Witterungsregel gemäss Witterungsregelfall; Eisheilige).
"Maria Geburt (8. September) fliegen die Schwalben fort, bleiben sie da, ist der Winter nicht nah"
(Tierregel). "Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass" (Ernteregel).
 
 

 

 

 
 
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