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Isochronenmethode

 
     
  1) Geophysik: Datierungsweise der isotopischen Altersbestimmung, welche verwendet wird, wenn das zu datierende Mineral oder Gestein aufgrund seiner Vorgeschichte bereits radiogene Isotope enthielt. Bei der Isochronenmethode werden mindestens zwei kogenetische Proben, welche ein unterschiedliches Verhältnis von Mutterelement zu Tochterelement besitzen müssen, analysiert. Aus der relativen Anreicherung der radiogenen Isotope kann dann ein Alter bestimmt werden. Der Zusammenhang zwischen Anzahl der Tochterisotope zum heutigen Zeitpunkt (Dh), zum Zeitpunkt des Starts der Uhr (Di), der Mutterisotope zum heutigen Zeitpunkt (Mh),


der Zerfallskonstante λ und der Zeit t lautet für jede einzelne Probe:


Dh =Di+Mh(eλt),


wobei die Isotopenhäufigkeiten aus praktischen Gründen auf ein nicht radiogenes Isotop des Tochterelements bezogen und als Isotopenverhältnisse angegeben werden. Aus zwei oder mehr solcher Geradengleichungen der Form y = b+mx lässt sich das Alter (Steigung m) und das gemeinsame Anfangsverhältnis b berechnen, welches Auskunft zur isotopengeochemischen Geschichte der Proben gibt. Die Gerade, welche die Probenpunkte definiert, wird Isochrone genannt, wenn alle Punkte innerhalb ihrer analytischen Unsicherheiten auf ihr zu liegen kommen. Andernfalls spricht man von einer Errorchrone. Die zeichnerische Darstellung dieser Zusammenhänge ist das Isochronendiagramm (Nicolaysendiagramm). Durch Eintrag der Daten in ein Isotopenmischungsdiagramm kann untersucht werden, ob eine lineare Anordnung von Probenpunkten auch durch Mischung isotopisch unterschiedlicher Materialien entstanden sein kann und damit keine Altersbedeutung besitzt. 2) Hydrologie: Zeit-Flächen-Methode, modellhafte Beschreibung der Abflusskonzentration in einem Einzugsgebiet. Dabei handelt es sich um ein reines Translationssystem, Speichereffekte z.B. aufgrund von Stadtgebieten werden vernachlässigt. Jedem Punkt des Gebietes kann eine Lauf- oder Translationszeit zugeordnet werden. Die Verbindung von Punkten gleicher Laufzeit ergibt die Isochronen. Die Abflusssumme (Abfluss qi) je Zeitelement i ergibt sich bei einem gleichmässig über das Gebiet verteilten Effektivniederschlag Peff aus:

Isochronenmethodewobei ΔAi den zwischen den Isochronen ti und ti+Δt liegenden Flächenstreifen bedeutet.
 
 

 

 

 
 
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