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D'Orbigny

 
     
  Alcide Charles Victor, französischer Paläontologe, * 06.09.1802 in Couéron (Charente-Maritime), † 30.06.1857 in Paris. Der Vater, Charles-Marie Dessalines d'Orbigny, war Marinearzt (Chirurg). Seine Ausbildung erhielt d'Orbigny in La Rochelle. Schon frühzeitig entwickelte sich sein ausgeprägtes Interesse an den Naturwissenschaften. Bereits 1822 reichte er eine Abhandlung über eine neue Gattung der Gastropoda bei der Société d'Histoire Naturelle de Paris ein. Er interessierte sich besonders für die Cephalopoda und hat als erster die Foraminifera unterschieden. Damit wird d'Orbigny als einer der Begründer der Mikropaläontologie angesehen. 1825 beschrieb er in einem "Tableau méthodique" 600 Foraminiferen-Arten. Diese Arbeit reichte er der l´Académie des Sciences ein; sie wurde im folgenden Jahr in den "Annales des Sciences Naturelles" publiziert. 1826 beauftragte ihn die Verwaltung des Musée d´Histoire de Naturelle (Jardin de Plants) mit einer Forschungsreise nach Südamerika, die ihn acht Jahre quer durch Brasilien, Uruguay, Argentinien, Patagonien, Chile, Bolivien und Peru führte und von der er eine äusserst reichhaltige Sammlung mitbrachte. Zurückgekehrt nach Frankreich, erhielt er im März 1834 den grossen Jahrespreis der Société de Géographie. Es folgten 13 Jahre der Arbeit an der Publikation seiner "Voyage dans l´Amérique méridionale", veröffentlicht unter der Schirmherrschaft der Regierung in neun Bänden (1834-1847), illustriert mit 500 Farbtafeln. Das Werk behandelt die Geschichte, die Archaeologie, Geologie und Geographie, Zoologie (u.a werden 4000 Insekten-Arten beschrieben) und Botanik. Parallel dazu begann d'Orbigny 1840 mit der Herausgabe der "Paléontologie française", für die er eine Sammlung von mehr als 10.000 Fossilien zusammenführte; 14 Bände im Oktav-Format mit 430 Tafeln erschienen zwischen 1840 und 1854, die den Jura und die Kreide behandelten. In diesem Zusammenhang zählt er auch zu den ersten, die den Begriff Stratigraphie und Palaeogeographie verwendeten. Von 1849 bis 1852 publizierte er dann das dreibändige Werk "Cours élémentaire de paléontologie et de géologie stratigraphiques" und vollendete gleichzeitig das Werk "Prodrome de paléontologie stratigraphique universelle des animaux mollusques et rayonnés". Hierfür trug er 200.000 Exemplare zusammen und fixierte die charakteristischen Merkmale von 18.000 Arten. Am 06.07.1853 erhielt er den speziell für ihn gegründeten Lehrstuhl für Paläontologie am Musée d'Histoire Naturelle.  
 

 

 

 
 
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