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Böschung

 
     
  Geländeanschnitt, der zwei Flächen, die sich auf unterschiedlichem Niveau befinden und eine geringere Neigung aufweisen, miteinander verbindet. Die Böschung unterscheidet sich von ihrer Umgebung insbesondere durch eine grössere Geländeneigung (Neigungsänderung >1,5º). Die Oberkante ist deutlich ausgeprägt. Die Unterkante kann ebenfalls dieses Merkmal aufweisen oder allmählich auslaufen. Es werden Böschungsformen (Abb.) unterschieden: a) zweckbedingter Anlageform, d.h. Anschnitte (je nachdem, ob das Profil ganz oder teilweise im Anschnitt liegt, unterscheidet man Voll- und Teilanschnitte), Einschnitte (durchstossen Geländerücken und -nasen; durch Ausschlitzung können sie zu Anschnitten werden), Nischen (werden meist für Gebäude, Parkplätze usw. angelegt) oder Gruben (werden in ebenem bis flachem Gelände ausgehoben, um zur Fundierung oder zum Abbau geeignete Gesteinsschichten blosszulegen); b) Neigung, d.h. Flachböschung ( < 40º), Steilböschung (40-90º) oder Überhänge ( > 90º); c) Verlauf und Grundriss, d.h. Konkavböschung, gestreckte Böschung oder Konvexböschung; d) Verlauf im Querschnitt, d.h. eben, durchhängend, bauchig, gestaffelt, geologisch bedingt oder unregelmässig; e) nach Höhe, d.h. niedrig ( < 20 m), hoch (20-80 m) oder besonders hoch ( > 80 m).


Weiterhin wird zwischen künstlicher, natürlicher oder historischer Böschung unterschieden. Künstliche oder anthropogene Böschungen sind die von Menschen mit Hilfe von Werkzeugen oder Maschinen hergestellten Böschungen an Strassen, Kanälen, Trassen und Tagebauten. Kommen Böschungen in historischen Bodendenkmälern (z.B. Burg- und Wallanlagen) vor, werden sie als historische Böschungen bezeichnet. Ist der historische Wert nicht von Bedeutung, so werden sie den natürlichen Böschungen zugeordnet. Diese sind durch Naturkräfte oder historisches Einwirken durch den Menschen entstanden.


Für die Festlegung der Böschungsneigung sind neben der Geländeform, dem geologischen Aufbau und den Wasserverhältnissen folgende Faktoren ausschlaggebend die Grundinanspruchnahme, die Zwangspunkte durch vorhandene Bebauung, die Eignung der Abtragungsmassen als Erdbaustoffe, der Zeitpunkt und die Dauer des Böschungsabtrages sowie die Inkaufnahme eines kalkulierten Risikos im Hinblick auf Schubverformungen und mögliche Rutschungen.

BöschungBöschung: Böschungsformen: 1) geometrische Elemente einer Böschung: Grundlinie oder Fuss (g), Fallinie (f), Krone (k),


Böschungshöhe (h), Böschungsmass (h/d = tanβ), Fusslänge (lg), Kronenlänge (lk), Böschungswinkel (β), Geländeneigung (α); 2) konkave; 3) konvexe; 4) gestreckte; 5) ebene; 6) durchhängende; 7) bauchige; 8) gestaffelte; 9) geologisch bedingte; 10) unregelmässige Böschung.
 
 

 

 

 
 
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