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Schildvortrieb

 
     
  Verfahren zur Herstellung eines Untertagehohlraums mit Hilfe einer mehr oder weniger zylinderförmigen Stahlkonstruktion (Schild), in deren Schutz das Gebirge abgebaut und der Untertagehohlraum hergestellt wird (Abb.). Andere Schildtypen haben ein Hufeisen- oder Maulprofil. Die bergseitige Zylinderkante des Schildes (Schildschneide) ist als Schneidekante ausgebildet und hat die Aufgabe, beim Vortrieb in das anstehende Gebirge einzudringen. Der rückwärtige Teil des Schildes (Schildschwanz) stützt das Gebirge im Bereich des Arbeitsraumes ab. Am hinteren Ende des Schildes wird der endgültige Ausbau aus vorgefertigten Ringsegmenten (Tübbings) oder Ortbeton eingezogen. Der Schild wird schrittweise in Richtung der Tunnelachse vorgepresst. Er umschliesst dabei den Ausbruchraum in Richtung der Tunnelachse so lange, bis die endgültige Auskleidung eingebaut ist. Die Schildbauweise vermeidet Verbrüche und bietet so dem Arbeitspersonal eine hohe Sicherheit. Beim eigentlichen Schildvortrieb wird jeweils der gesamte Schild vorgepresst. Hierzu ist je nach Tunneldurchmesser eine Presskraft von 3000-6000 t erforderlich. Neben diesem Vollschild gibt es den Halbschild und je nach den gegebenen Bedingungen weitere Begrenzungsformen des Schildschirmes.


Beim Messervortrieb werden statt des gesamten Schildes einzelne stählerne Messer, Profile oder Hohlkästen vorgetrieben. Die Messer bilden einen lamellenartigen Halb- oder Vollring. Messerschilde haben gegenüber dem Vollschild den Vorteil, dass die erforderliche Presskraft gering bleibt, da jeweils nur ein Messer vorgetrieben wird. Ausserdem kann das Vorpressen der einzelnen Messer individuell dem jeweiligen Eindringwiderstand (Hindernisse, Steine, Felsbänke) angepasst werden. Die Vortriebspressen drücken sich auf Tübbinge, Einbaubögen oder auf in die natürliche Tunnellaibung eingreifende Pratzen ab. Dieses ursprünglich für Flussunterfahrungen und schwierige Bodenverhältnisse konzipierte Verfahren wird heute auch in vorübergehend standfestem, mürbem Gebirge angewandt. In härterem Gestein oder in mit Geröll und Findlingen vermengten Ablagerungen ist die Schildbauweise nur sehr begrenzt einsetzbar.

SchildvortriebSchildvortrieb: schematische Darstellung.
 
 

 

 

 
 
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